Mein Weg zur Therapie I Zwischen Selbstzweifel und der Diagnose ADS und Depression I 44

Shownotes

In diesem Talk spricht Dominik Stark mit Klara Klunker über ihren persönlichen Weg zur Therapie. Klara ist 18 Jahre alt und frisch nach Köln gezogen. Lange Zeit hatte sie Konzentrationsprobleme und starke Selbstzweifel, ohne zu wissen, warum. Erst später erhielt sie die Diagnose ADS und Depression. Im Gespräch erzählt Klara, wie schwierig es sein kann, Hilfe zu suchen und verstanden zu werden. Gleichzeitig zeigt ihre Geschichte, wie wichtig eine frühe Diagnose, Unterstützung und offene
Gespräche über psychische Gesundheit sind.

Hier bekommst du Hilfe, wenn du dich mit der Folge angesprochen fühlst. Du bist nicht allein!
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00:00:07: Hallo ihr Lieben willkommen zu einer neuen Folge, schön dass ihr wieder dabei seid und ich bin heute nicht alleine hier.

00:00:25: Ich habe die Clara zu Gast, hi Clara!

00:00:28: Hallo!

00:00:29: Schön das du hier bist und wir wollen heute über ein persönliches Thema von dir sprechen welches aber Millionen von Menschen in Deutschland betrifft Und zwar wollen wir ein bisschen so über deinen Weg mit zwei Diagnosen sprechen.

00:00:46: Zum einen ADS, also nicht ADHS, das muss man hier ganz klar differenzieren und ein Thema was wirklich viele Leute betrifft, das Thema Depressionen.

00:00:56: Erst mal vielen Dank dass du sozusagen dich dazu bereit erklärt hast darüber zu sprechen weil das glaube ich vielleicht auch... Ja, nicht so einfach ist offen über die eigenen Geschichten zu sprechen.

00:01:08: Aber ich glaube, dass das ein ganz wichtiges Thema ist, weil wir zum einen ... Wir haben etwas über deinem persönlichen Weg sprechen wollen wie du damit in den letzten Jahren umgegangen bist und wie dein Weg jetzt war.

00:01:18: Und wir auch einige Informationen haben, die hier stehen habe wo wir Betroffene sozusagen ja so ein bisschen unterstützen können.

00:01:26: Gerne!

00:01:27: Also erst mal super cool, dass du hier dabei bist.

00:01:30: Fun fact, du bist ja auch hier aus dem Produktionsteam sozusagen.

00:01:34: Beim letzten Dreh saßst du noch hinter den Kameras, hast ein bisschen reingeguckt und darüber hat sich das ergeben.

00:01:41: Es ist super spannend!

00:01:43: Wir hatten es jetzt schon zum dritten Mal, dass wir jemanden haben der wirklich eine eigene spannende Geschichte hat und ich glaube zeigt dir auch, dass viele Gesundheitsthemen uns alle irgendwie betreffen.

00:01:57: also...

00:01:58: Auf jeden Fall, jeder hat da irgendwas.

00:02:01: Wollt grad sagen und klar kommen wir noch mal zu dir.

00:02:06: also wer gerade gesagt es gibt so zwei Diagnosen die du jetzt sozusagen gestellt bekommen hast.

00:02:12: aber lass uns doch mal irgendwie erstmal bei null anfangen.

00:02:17: also wann hast du gemerkt dass irgendwie was vielleicht nicht okay ist?

00:02:24: Also, ich glaub das war so mit Ende fünfzehn Anfang sechzehn.

00:02:29: Ich bin nicht mehr rausgegangen und es war dann auch nach der Corona-Zeit wo man halt so den Anschluss irgendwie verloren hat weil halt... ...wann ich mir raus gegangen ist?

00:02:38: Und viel zu Hause war!

00:02:42: Dann war ich einfach immer so müde und wollte nicht raus.

00:02:45: und irgendwann war dann so wo ich gesagt hab ok jetzt irgendwas ist los.

00:02:50: und dann sind wir zu meiner Hausärztin gegangen Noch mit meiner Mutter, weil ich ja noch sechzehn war.

00:02:55: Und dann hat sie irgendwann die Überweisung gestellt und meinte hey ... Ich hab mir das alles angehört, guck mal nach!

00:03:04: Dann saßen wir im Auto, das weiß ich noch und es war total der Schock also für uns beide Wenn man da sitzt und denkt, das ist schon was.

00:03:12: Wo man sich auch darum kümmern muss auf jeden Fall.

00:03:16: Du hast eine Überweisung zur Psychotherapeutin bekommen?

00:03:20: Genau.

00:03:21: Kinder- und Jugendpsychologien.

00:03:23: Mhm.

00:03:25: Und dann hat sie mir auch schon so ein Zettel ausgedruckt, wo ich gucken kann, was in der Nähe ist.

00:03:31: Ich komme ja nicht aus Köln, sondern aus einer kleinen Stadt.

00:03:35: Was natürlich einen Unterschied macht ... So zu einer kleinen Stadt und einer großen Stadt.

00:03:40: Und dann war für mich, da lag der Zettel ganz lange zu Hause und wir sind alle drum rumgelaufen.

00:03:46: und ja das war schon schwer.

00:03:48: also auch damit sich erstmal abzufinden und zu sagen okay ich brauche die Hilfe und das war eigentlich so der längste Weg sag' ich jetzt mal für mich persönlich zu sagen sich selber auch einzugestehen dass man Hilfe braucht.

00:04:03: Ja, also das war würde ich sagen das anstrengendste an der Zeit.

00:04:08: Also du hast gemerkt irgendwas ist nicht okay?

00:04:11: Du bist antriebsgemindert wir können gleich auch noch mal so ein bisschen über Symptome sprechen.

00:04:15: oder hast irgendwie das Gefühl irgendwas passt hier nicht... normal, dass ich so nicht mehr rausgehen möchte.

00:04:20: Dass ich nicht gut drauf bin.

00:04:22: So fing das ein bisschen an?

00:04:23: Genau!

00:04:23: Ich war total launisch und irgendwie war mir alles gleich direkt zu anstrengend.

00:04:28: Irgendwie nur mal rauszugehen... Also wirklich wenn ich mir auch Bilder von mir aus der Zeit angucke.

00:04:34: jetzt im Nachhinein, dass niemandem aufgefallen ist wie schlecht es mir eigentlich ging erschreckt mich dann teilweise auch weil ich einfach nicht gesund aussehe.

00:04:43: also das sieht man einfach auch.

00:04:45: Okay, krass.

00:04:47: Noch mal so ... Also wurde dann auf der Überweisung für dich schon sozusagen die Diagnose-Depression gestellt?

00:04:55: Oder stand das noch nicht in Raum?

00:04:56: Es war nur ... Was gesagt wurde, da muss man einfach näher geschaut werden.

00:05:00: Genau

00:05:00: als es sie meinte, sie gibt hier keine Diagnosen und so.

00:05:03: Das soll sich jemand anschauen, der wirklich auch geschult ist.

00:05:08: Aber sie gibt mir jetzt mal eine Überweisungen mit dem Verdachtsfall auf Depressionen.

00:05:12: Und dann war es natürlich auch so, dass man dann halt erstmal jemanden finden muss.

00:05:17: Das ist natürlich das nächste.

00:05:20: Also ich würde jetzt mal sagen, dass ich schon vier Monate gebraucht habe bis ich überhaupt mit meinen Eltern an den Tisch gesetzt und gesagt haben wir gucken nach jemandem.

00:05:33: mit Freunden drüber gesprochen und hey, irgendwie ... Also ich hab da mit einer Freundin drüber gesprochen.

00:05:38: Dann war dann schon klar okay, muss was machen.

00:05:43: Aber da auch darüber zu sprechen ist einfach nicht einfach.

00:05:46: also ... Überwindung wahrscheinlich?

00:05:48: Definitiv!

00:05:49: Dass ich jetzt hier sitzen kann und das so erzählst, ist nicht einfach, auch jetzt nicht.

00:05:55: Vielleicht noch mal ein bisschen zur Einordnung... Es ging da jetzt vielleicht nicht darum, dass man gesagt hat, ich hab mal ein, zwei schlechte Tage.

00:06:03: Sondern wenn der aktuell Verdacht einer Depression im Raum steht ... Das ist wirklich schon eine psychische Erkrankung und wenn man in die Definition guckt, ist das etwas was bei den Betroffenen mindestens zwei Wochen am Stück mit Traurigkeit, Interessensverlust- und Antriebslosigkeit besteht und dann auch nicht aufhört.

00:06:24: also... Man hat das nicht zwei Wochen, dann ist es für immer weg.

00:06:28: Es ist zwei Wochen definitiv kontinuierlich da.

00:06:31: Die Symptome können aber auch mal abklingen und wieder stärker werden?

00:06:36: Ja!

00:06:36: Das ist die Definition.

00:06:37: Dann gibt's unterschiedliche Formen.

00:06:40: Du hast ja gerade beschrieben ... dass er so Erschöpfung, Antriebslosigkeit war... Also das sind jetzt natürlich keine Diagnosenstellen, zum Beispiel die unipulare Depression sich so ein bisschen äußert.

00:06:55: Chronisch Depression, das ist etwas was schon über zwei Jahre besteht.

00:06:59: Also chronifiziert sozusagen.

00:07:02: Dann ganz spannend.

00:07:03: es gibt auch eine saisonale Depression.

00:07:04: Das verkennen glaub ich auch viele.

00:07:06: Das ist dann insbesondere so Herbst und Winter wo wir ... Ich sag mal sowohl alle von uns vielleicht mal einen Stimmungseinknick haben aber das bedeutet ja nicht direkt dass man eine Depression hat.

00:07:19: Das grenzt dich ja noch einmal ab.

00:07:21: Und auch eine wirklich sehr unterschätzte Form der Depression ist die Wochenbett-Depression bei Frauen, die sozusagen gerade einen Kind zur Welt gebracht haben.

00:07:32: Das äußert sich dann sozusagen ... Die Wochen danach.

00:07:34: Also das sind so ein bisschen die unterschiedlichen Formen.

00:07:37: Du hast jetzt über die Überweisung bekommen und bist dann hingegangen?

00:07:43: Wie ging es dann weiter?

00:07:44: Ja also erst mal.

00:07:45: wie gesagt lag dieser Zettel einfach nur in unserem Flur auf so einem ... So einem Abstelldings, wo wir unsere Schlüssel hinlegen.

00:07:54: Dann haben wir uns das erst mal angeguckt.

00:07:56: Das war für meine Eltern total der Schock, wenn man mit so einer Diagnose nach Hause kommt.

00:08:00: Also von meinem Papa und ... Ja, das muss man auch in der Familie erst mal verarbeiten.

00:08:06: Ich glaub es war nicht einfach für sie, wenn ich dann heimkomme und sag ... Hallo Mama?

00:08:11: Hallo Papa!

00:08:13: Mir geht's nicht gut.

00:08:14: Ich glaube, ich muss mal mit jemandem sprechen.

00:08:17: Und ähm... Ja, dann waren wir beim Arzt bei meiner Ärztin.

00:08:22: Wie gesagt, sie hat mir die Überweisung gegeben und dann bin ich, muss ich ganz ehrlich sagen weiß ich gar nicht mehr genau was da war.

00:08:30: es hat man halt irgendwie so weitergelebt.

00:08:33: das war aber immer noch da Und dann habe ich irgendwann gesagt okay jetzt reicht's.

00:08:37: Jetzt ist der Punkt wo ich wirklich Hilfe brauche weil denn auch sehr viele negative Gedanken kamen.

00:08:43: Es

00:08:44: wurde wieder schlimmer.

00:08:45: Natürlich, so eine Depression hat immer so Hochphasen und es klingt dann auch wieder ab.

00:08:50: Ich könnte vielleicht nachher noch mal draufkommen, wie's ist wenn ich in Therapie bin.

00:08:55: Aber dann hab' ich gesagt okay, jetzt reicht's.

00:08:58: Jetzt muss irgendwas passieren.

00:09:00: Und dann hat meine Mutter dann eine E-Mail geschrieben an paar verschiedene Therapeuten in der Nähe ... Und dann ist auch erst mal ganz lang nichts passiert, weil ...

00:09:13: Keine Kapazitäten.

00:09:14: Geht nicht!

00:09:15: Also es ist echt dann auch frustrierend wenn man dann auch Medienkontakt hat.

00:09:19: aber das heißt halt... Man steht jetzt auf einer Warteliste.

00:09:23: Aber.. Ist halt nicht.

00:09:26: Ja.

00:09:27: Wir reden jetzt hier schon von längeren Zeitraum, also du hast gesagt Also du hattest ja schon so diese Symptome.

00:09:33: Ja!

00:09:34: Und bei dir war Antriebslosigkeit, Desinteresse ... Das war wie es angefangen

00:09:39: hat?

00:09:39: Genau, so waren die Anfangszeiten und auch einfach dass ich viele negative Gedanken hatte.

00:09:45: Ich war auch wirklich nicht mehr lieb.

00:09:48: Also ich war ein richtiges Beast.

00:09:51: Ich hab mich total abgekapstelt von allem und jedem.

00:09:56: Ja.

00:09:56: Und von was für einen Zeitraum reden wir da?

00:09:58: Also, bis zu dem Zeitpunkt, wo diese E-Mails geschickt wurden ... Wie lange hast du das sozusagen schon mit dir ausgemacht?

00:10:04: Ähm ... Paar, es ist richtig schwierig zu sagen, da so ein Anfangspunkt zu finden, weil das hat sich einfach eingeschlichen.

00:10:12: Aber von meiner Hausärztin, wo sie mir eine Überweisung gegeben hat, würde ich sagen in einem halben Jahr etwa.

00:10:19: und dann hab ich auch gesagt, dass geht nicht mehr.

00:10:21: So jetzt... Irgendwas muss passieren.

00:10:25: Und

00:10:25: dann kam noch die Wartezeit dazu?

00:10:27: Ja, und dann ... hat mir das aber alles zu lange gedauert.

00:10:31: Dann weiß ich noch, es war in der Schule.

00:10:34: Ich hatte mich für eine Therapeutin entschieden, wo ich ein gutes Gefühl hatte.

00:10:38: Die auch bei uns in der Innenstadt war.

00:10:41: Dann hab ich da angerufen, weil sie hatte nur morgens ... Ist auch immer meine Therapeuten jetzt.

00:10:45: Sie hatten an einem Tag in der Woche drei Stunden ... Zeit, wo man sie anrufen kann.

00:10:51: Also weil sie auch keine Kapazität sonst hat.

00:10:55: und

00:10:56: dann

00:10:58: hab ich gefragt ob ich kurz telefonieren kann, weil es wichtig ist.

00:11:01: und dann meint sie so ja wenn's wirklich wichtig ist... Ich weiß noch dass sich im Physik Hinterraum, also da gibt's ja aber so ein Nebenzimmer, so einen Vorbereitungsraum das ich da stand habe die angerufen und dann habe ich gesagt, dass ich unbedingt Hilfe brauche.

00:11:18: Hat da jetzt vielleicht, hab ich immer eine Symptome beschrieben und wie's mir geht.

00:11:22: Und dann hat sie gesagt, sie kann mir kein Festentherapieplatz anbieten, aber in der Gruppe.

00:11:27: Dann war ich erleichtert.

00:11:28: Ich hab am Telefon angefangen zu heulen.

00:11:30: Also ich stand da ... und hab wirklich vor Freude wirklich geweint, weil ich so erleichterd war...

00:11:36: Dass du den Schritt auch getan hast?

00:11:39: Auch deswegen und

00:11:40: v.a.,

00:11:40: weil es Platz gibt, dass sich Hilfe bekommen!

00:11:44: Und dann ... habe ich auch meine Eltern angerufen und alle waren total happy, dass es jetzt da auch vorangeht.

00:11:52: Und dann muss man ja immer zu Vorstellungsgesprächen.

00:11:54: also kommt zum Erstgespräch und irgendwann später in der Therapie hat sie gesagt als ich reinkam, da hat sich gewundert warum ich Therapie brauche weil du siehst das den Leuten nicht an.

00:12:07: Also, du siehst es einfach nicht.

00:12:09: Wir haben später darüber gesprochen und sie meinte, Clara, du bist so extrovertiert ... Du gehst mit allem so offen um und wie du redest, das glaubt man nicht!

00:12:19: Das heißt aber nicht, dass wir nichts hatten?

00:12:20: Das

00:12:21: heißt nicht, daß's einem gut geht.

00:12:23: Mhm.

00:12:23: Also ... Mir ging alles andere als gut in der Zeit.

00:12:28: Und das ist was bei einer Depression ja auch so gefährlich ist, dass du es von außen nicht beurteilen kannst.

00:12:35: Egal, wie gut eingegliedert die Menschen scheinen.

00:12:40: Also ... zu Rub sind und man denkt, dass sie es sind.

00:12:45: Wie's ihnen wirklich geht, das sieht man denn nicht an?

00:12:48: Man entwickelt wahrscheinlich Mechanismen, wie man das auch überspielen kann.

00:12:53: Ich kann mir vorstellen, du hast ja gesagt, das ist zum einen nicht einfach diesen Schritt zu machen.

00:12:58: Dann kommt's auch drauf an was hat man für ein... auf Familienumfeld, was hat man für Freundinnen und Freunde?

00:13:05: Bekommt man dort Unterstützung oder halt genau dieses Gespiegelte.

00:13:09: Ja aber die geht's doch gut!

00:13:10: Oder wir gehen doch zusammen jetzt hier zur Party oder ähnliches ... Man versucht sicherlich Normalität zu finden.

00:13:17: Aber irgendwo hat man ja trotzdem Symptome.

00:13:19: Du hast jetzt so ein bisschen was geschildert... Also es gibt noch andere klassische Symptom.

00:13:24: Vielleicht kannst du ja sagen ob du da auch schon mal irgendwie sowas gefühlt hast.

00:13:30: So ganz klassisch ist zum Beispiel Niedergeschlagenheit, Interessensverlust.

00:13:33: Das hast du ja auch so ein bisschen geschildert.

00:13:35: Antriebslosigkeit ... Ein geringes Selbstwertgefühl, dass man sich

00:13:40: sicherlich ... Also das ist auf jeden Fall ein sehr großes Thema.

00:13:44: Auch bei mir?

00:13:45: Ja.

00:13:46: Vor allem bei mir.

00:13:47: also dieses wie fühle ich mich, wie verhalte ich mich auch mir gegenüber.

00:13:55: Wie gucke ich in den Spiegel und sag, dass ich mir gefallen.

00:14:00: Und wie ich mit mir auch selber umgehe.

00:14:02: Also, es war ein Riesenproblem dann ... Kann ich mir vorstellen, wenn man jeden Tag damit sozusagen rumläuft mit diesen Gedanken?

00:14:09: Das ist natürlich ja auch sehr niederschlagend und ... Ich mein die Symptome gehen weiter zu Schuldgefühlen, Konzentrationsprobleme.

00:14:18: da kommen wir glaub ich auch noch mal drauf weil wir gesagt haben du hast zwei Diagnosen das möchte jetzt aber nicht vorweg nehmen Hoffnungslosigkeit, die soziale Isolation und im schlimmsten Fall sogar Suizidgedanken.

00:14:31: Und ja, falls ihr zuhört und solche Symptome bei euch merkt, dann sollte man schon mal hellhörig werden oder?

00:14:40: Ja

00:14:40: auf jeden Fall!

00:14:41: Das ist auch nie schlimm also sich Hilfe zu holen.

00:14:46: aber wenn man drüber nachdenkt ob man überhaupt krank genug ist, sich Hilfe zuholen, dann solltet man auf jeden fall sich Hilfe holen Und dann gibt's genug Hotlines.

00:14:58: Man kann sich immer überall Hilfe holen, egal ob man irgendwo anruft und die einem weiterhelfen oder bei Freunde und Familie ... Also

00:15:06: jeder niemals

00:15:08: ignorieren.

00:15:08: Immer auf die innere Stimme hören, wenn was mit einem ist.

00:15:12: Egal, was alle anderen sagen.

00:15:14: Ganz wichtig.

00:15:17: Das Böse daran ist ja auch, dass man vielleicht manchmal nur ein Symptom davon hat?

00:15:22: Dass man jetzt die psychischen Symptome ... Vielleicht machen wir das noch komplett mit den körperlichen Symptomen.

00:15:27: Da haben wir auch noch ein paar gesammelt, äh, äußert sich dann Müdigkeit, Schlafstörungen, Appetitveränderung und vielleicht Gewichtsveränderungen kann in die eine oder andere Richtung gehen.

00:15:37: also auch ... Das sagt nichts aus.

00:15:39: wenn jetzt jemand gut ist sagen wir mal heißt es nicht dass er gesund ist und es ihm gut geht.

00:15:44: Es kann zur sexuellen Lustlosigkeit kommen und zu Magendamenprobleme.

00:15:48: Also man merkt, ja, psychischen Probleme auch sehr körperlich werden können und dass man dann vielleicht am Ende des Tages auch was anderes vermutet.

00:15:58: Also das man denkt oh ich habe eine andere körperliche Erkrankung also eine somatische Erkrankung Und das kann sicherlich ja auch so ein bisschen darüber täuschen.

00:16:07: oder vielleicht Kann ich mir auch vorstellen, dass man am ende sagt ach Magendahm-Probleme kommen halt davon weil ich falsch gegessen hab.

00:16:13: Oder also dass man das vielleicht selber auch so'n bisschen niederredet Das sind so die typischen Symptome, die auftreten können.

00:16:21: Und wie ich es hier gerade rausgehört hab ... Sind ja auch viele Symptomen sozusagen bei dir aufgetreten schon?

00:16:28: Ja!

00:16:28: Okay also ...

00:16:30: Also was bei mir fällt mir jetzt grad noch ein, was eigentlich in letzter Zeit zum Glück kein so mehr Großthema spielt ist Einschlafprobleme.

00:16:38: Also, wenn schlecht läuft, lieg ich zwei Stunden da.

00:16:41: Und das kalkuliere ich dann natürlich oder hab' ich auch schon immer mit einkalkuliert rechtzeitig ins Bett zu gehen also eigentlich über früh damit ich zur gewünschten Uhrzeit dann ungefähr eingeschlafen bin.

00:16:53: Damit ich halt fit bin am nächsten Tag.

00:16:55: Ja klar!

00:16:56: Das ist ja ein Toffetzkreis.

00:16:58: Auf jeden Fall und wenn man dann sagt, ja man hat Einschlafprobleme, glaubt man am Anfang?

00:17:05: Glaubt einem da auch keiner?

00:17:08: Ja, dann vielleicht mal schlechter ein.

00:17:10: Aber da muss man ganz feinfühlig sein ... wenn man auf so eine Diagnose am Ende kommt.

00:17:17: Also ist kein einfacher Weg.

00:17:20: Ich denk jetzt mal für niemandem aber...

00:17:22: Absolut!

00:17:23: Und ich mein du bist ja diesen Weg gegangen?

00:17:26: Wir sind chronologisch bei einer Therapeutin.

00:17:30: also geh ich davon aus, dass du in Therapie bist und das ... hast du gar keine Schilder.

00:17:36: war kein einfacher Weg überhaupt erstmal diesen Schritt zu machen und sich vielleicht auch einzugestehen.

00:17:40: Oh Mist, ich bin an einem Punkt wo ich wirklich... Hilfe brauche, und dann natürlich die Hilfe zu akzeptieren.

00:17:46: Und dann die Therapie zu machen.

00:17:49: Wie läuft's jetzt?

00:17:49: Also wie stellt man sich das vor?

00:17:52: Hast du eine sozusagen Diagnose gestellt bekommen oder ...

00:17:56: Ja also am Anfang, weil ich ja noch ... Ich weiß nicht ob es bei ... Wenn man über achtzehn ist, ob es auch so ist.

00:18:04: Aber ich war bei einer Kinderpsychologin, Kinder- und Jugendpsychologe.

00:18:08: Weil ich zu dem Zeitpunkt noch sechzehn war.

00:18:12: Da haben wir dann erst mal IQ-Tests gemacht, also das macht man ganz automatisch.

00:18:17: Man kriegt dann ... Ich hab ewig viele Bögen bekommen, die ich ausgefüllt habe auf Papier oder auch im Computer.

00:18:24: Also da guckt halt die Psychologin oder die Therapeutin und schaut dann halt okay was können wir ausschließen?

00:18:33: Was könnte noch zusätzlich für Krankheiten dabei sein?

00:18:37: Man möchte

00:18:38: zum einen Erkrankungen ausschliessen...

00:18:39: Ja!

00:18:40: Und man möchte vielleicht auch sozusagen Erkrankungen erkennen.

00:18:44: Genau,

00:18:44: also es gibt ja ... Man geht ja zur Therapie nicht nur weil man depressiv ist und das ist vielleicht auch mal so was, wo auch nicht so viele, wo immer denken, oh Gott jetzt geht die Psyoloin, jetzt ist sie total krank im Kopf oder so?

00:18:58: So is's ja faktisch nicht.

00:19:00: Und da muss ich sagen, die Menschen, die zu Therapie gehen sind unglaublich stark.

00:19:06: Also auch Menschen in meinem Umfeld, die zur Therapien gehen.

00:19:11: auch weil ich selber dabei bin, ist das ein Riesenschritt.

00:19:14: Also dass es die Menschen, die das machen und sich das eingestehen, finde ich sehr stark.

00:19:19: Es

00:19:19: zeigt ja auch Stärke, sich dieser ganzen Thematik zu widmen.

00:19:25: Wenn ich mir jetzt vorstelle, ich bin antriebslos.

00:19:27: Ich habe keine Interessen mehr.

00:19:29: Ich ziehe mich sozial zurück.

00:19:31: Ich hab einen verminderten Selbstwertgefühl also alles ... negative Gedanken und dann aus diesem Kreislauf herauszutreten, zu erkennen ich brauche jetzt externe Hilfe.

00:19:42: Das ist ja unglaublich stark das zu erkennen und das auch anzunehmen und überhaupt nichts wofür man sich schämen müsste sondern man kann da stolz drauf sein dass man diesen Schritt macht und wir haben am Anfangs darüber gesprochen.

00:19:54: alleine zwei tausend zwanzig fing es richtig an dass die Zahlen hochgegangen sind natürlich vielleicht auch durch die Corona-Pandemie bedingt.

00:20:02: Ich find, das kann man halt jetzt nicht immer so alles auf die Corona Pandemie schieben

00:20:06: ... Nee, nee, auf keinen Fall!

00:20:06: Aber

00:20:07: da wurden die ersten Zahlen so erhoben, die fast an die zehn Millionen Betroffenen in Deutschland ging und jetzt im Jahr zweitausendfünfundzwanzig sind noch mal, glaub ich zwei drei Millionen dazugekommen.

00:20:18: also wir reden hier wirklich über ein extrem großen Anteil innerhalb der Gesellschaft, die wirklich von depressiven Phasen oder einer Depression betroffen sind.

00:20:29: Also das ist ja überhaupt nichts, worüber man sich irgendwie schämen sollte oder sowas.

00:20:35: Und gerade dieser offene Umgang ist glaub ich dann auch wichtig.

00:20:40: nur ... Ich glaube wenn man in der Situation ist es teilweise schwierig vielleicht doch alleine daraus zu kommen und ich glaube da ist es doch auch wichtig dass man Unterstützung aus dem Umfeld hat.

00:20:53: kannst du da eine Einschätzung zu geben?

00:20:55: Hat dir das geholfen, dass da Leute sozusagen dich unterstützt haben?

00:20:59: oder macht das auch manchmal so viel Druck, dass man sich noch mehr zurückzieht?

00:21:04: Also teils, teils.

00:21:06: Ich find's wichtig, dass mal mit seinen Freunden und seiner Familie halt wie es zulästes Umfeld darüber spricht.

00:21:13: aber was mir ganz viel geholfen hat ist einfach, dass die Leute weiterhin normal zu mir sind also sich nicht verändert haben obwohl ich jetzt zur Therapie gehe und auch die Hilfe brauche weil dieses was ich immer überhaupt nicht leiden kann.

00:21:28: Also das kann ich jetzt gerade auch nicht leiten, wenn die Leute sich so wie ein rohes Ei behandeln nur weil es mir nicht gut geht.

00:21:37: Das möchte ich nicht.

00:21:38: Ich mag da auch keinen Mitleid haben, weil das ist etwas, was für mich mit meiner Therapeutin ausmacht.

00:21:44: Wenn die Leute weiter normal zu mir sind, dann bin ich da nicht... Also das fühlt sich einfach seltsam an, wenn man es anders behandelt wird.

00:21:54: Wir haben keine Sonderbehandlung.

00:21:56: Auf gar keinen

00:21:56: Fall!

00:21:57: Man darf ja jetzt nichts sagen oder wir dürfen das nicht machen weil sie ... Ja, mmh, ne?

00:22:02: Ihr wisst ja also so dass man ganz normal...

00:22:05: Ganz normal.

00:22:06: Das einzige was ich gesagt habe zu meinen Freunden Wenn die merken Ich will nicht mehr mit raus Und jetzt nicht nur mal Weil's mir halt mal in den Abend nicht gut geht und ich jetzt mal wirklich keine Lust hab sondern wirklich teilweise mehrmals nacheinander absagt und sagt, heute ist es mir nicht so.

00:22:22: Ich hab nicht so Lust.

00:22:23: Also dass du dich wieder zurückziehst?

00:22:25: Ja.

00:22:26: Und dann habe ich gesagt, dann muss jemand kommen und mich da rausholen.

00:22:31: Da waren auch meine Eltern natürlich, weil die oft daheim sind.

00:22:35: Da kam meine Mutter teilweise und hat gesagt, du stehst jetzt auf!

00:22:38: Du gehst jetzt duschen, du putzt jetzt deine Zähne... ...und du gehst eine Runde spazieren, das ist mir alles egal.

00:22:46: Also da muss man richtig Ist natürlich nicht schön.

00:22:49: Wir haben uns gestritten ohne Ende, weil das einfach

00:22:52: ... Und dann noch in einem Alter, wo man ja auch generell eher ein bisschen autark ist und vielleicht seine eigenen Interessen hat und nicht unbedingt möchte, dass die Eltern irgendwie immer am Start sind.

00:23:05: Aber das ist ja dann nochmal besonders.

00:23:07: Da muss man einen anderen Weg finden.

00:23:10: Das hat dir geholfen, dass jemand meinte so komm jetzt musst du aber auch mal raus?

00:23:14: Weil

00:23:14: ich es nicht alleine geschafft hätte!

00:23:16: Das war dann positiv in

00:23:17: der Situation.

00:23:17: Ja, das war dann positiv, dass da jemand kam ... Aber das sind so die Kleinigkeiten.

00:23:22: Das sind diese Dinge, wo Leute auch nur aus meinem engeren Umfeld das mitbekommen und auch wissen, sodass es dann so ist.

00:23:31: Wir wussten zu dem Zeitpunkt, dass sich so auch die Hilfe brauchen nicht viele.

00:23:37: Und das ist natürlich noch mal anders im kleineren Stadt, wo jeder jeden kennt.

00:23:44: dass dann halt da viel mehr drüber geredet wird.

00:23:47: Und dann heißt, oh Gott ... und dann kennt man sich tatsächlich auch.

00:23:52: Und so wie die, die braucht Hilfe, die ist in der Therapie.

00:23:57: Warum?

00:23:58: Also das ist dann, da wird auch viel hinter dem Rücken was man gar nicht mitbekommt gesprochen.

00:24:02: Viele Frauurteile wahrscheinlich auch noch sehr schambehaftet, obwohl wir ... Also sind ja Millionen von Menschen davon betroffen.

00:24:10: Eigentlich ist es komisch, dass man so ein Tabuthema draus macht und das ja eigentlich präsent ist.

00:24:15: So viele Menschen sind davon betroffen.

00:24:18: Gerade da wäre's schöner, wenn man sensibler damit umgehen würde.

00:24:21: Aber ich kann mir auch vorstellen, dass das natürlich nicht unbedingt möchte, dass jeder sofort darüber Bescheid weiß.

00:24:27: Weil irgendwo ... Ist ja eine Grenze.

00:24:30: Man sagt so hey!

00:24:31: Das ist mein privates ... Anliegen irgendwie, und das sollten die Ängsten wissen.

00:24:37: Aber jetzt auch nicht alle, ne?

00:24:38: Also ... Das kann ich echt gut nachvollziehen.

00:24:40: Ja!

00:24:41: Und du bist jetzt in Therapie.

00:24:44: Es gibt dir auch die Möglichkeit, was auch überhaupt nicht, sag ich mal schlimm ist, wenn man Medikamente einnehmen muss.

00:24:51: Da gibt's sicherlich Phasen, wo das absolut sinnvoll ist.

00:24:57: Musstest du da auch schon mal ... Hast du auch Berührungspunkte damit?

00:24:59: oder bisher sagst du, es ging ohne?

00:25:03: Also, es gab natürlich Punkte in der Therapie.

00:25:06: Ich geh jetzt drei Jahre in Therapie, glaub ich ... wo man natürlich darüber gesprochen hat.

00:25:14: Aber das wollte ich immer nicht.

00:25:16: Ich wollte das immer für mich machen und dass selber auch für mich schaffen.

00:25:20: Weil als ich in Therapien kam, dann hatte's da auch gedauert, bis ich mich angenommen hab.

00:25:27: Selbst in der Therapeut mit jemandem zu sprechen ... muss man sich erst mal darauf einlassen.

00:25:34: Also dann auch die Hilfe anzunehmen, die man bekommt war für mich auch noch mal einen Schritt also... Die meine Therapeutin hat dann gemerkt okay ich brauche doch mehr Hilfe.

00:25:45: als ich dann in den Therapie kam als sie angenommen hatte und dann hat sie gesagt klarer Ich kann dir nicht immer einen festen Termin geben aber wir können das spontan machen jede Woche einmal.

00:25:58: Das hat für mich perfekt gepasst, weil dann halt auch man sich das mal so schieben konnte wie man wollte.

00:26:03: Wenn ich jetzt Dienstag Nachmittag keine Zeit hatte, dann hat man es halt mal im Donnerstag-Nachmittag gemacht oder?

00:26:09: Also

00:26:09: auch noch deinem eigenen Bedarf

00:26:10: da ein

00:26:11: bisschen

00:26:11: ... Ja, das hat mir geholfen, dass ich da auch flexibel bleiben konnte.

00:26:16: Ähm... Aber ist natürlich eigentlich keine Option, dass man erst mal über eine Gruppentherapie in ... einen Therapieplatz bekommt und dann auch nur spontan.

00:26:28: Weil das ist für die Menschen, für die Anzahl der Menschen die Hilfe brauchen.

00:26:32: Ja,

00:26:33: das ist

00:26:33: schwierig

00:26:34: ne?

00:26:35: Ist es eigentlich total schlecht also... Also das geht eigentlich überhaupt nicht!

00:26:42: Das Ding ist ja auch um vielleicht noch mal dabei zu bleiben jede Therapie ist superindividuell, ne?

00:26:46: Jede Depression ist sehr individuell und ... ich mein es gibt Fälle wo man Medikamente braucht.

00:26:53: Es gibt Felle wo man nicht braucht.

00:26:55: Ich glaube dass man sich da auch irgendwie auf gar keinen Fall Druck oder Stress machen sollte falls man doch Medikamente brauche.

00:27:04: aber Ich glaube, das ist etwas, was man für sich selber mit der Therapeutin oder den Therapeuten gut herausfinden kann.

00:27:12: Um welchen Punkt ist man?

00:27:13: Welche Unterstützung braucht man gerade und dass man sich da bloß nicht unter Druck setzt ... Oder irgendwie schlecht fühlt nur weil man vielleicht Medikamente nehmen muss.

00:27:23: Also es kann natürlich auch helfen.

00:27:28: Wenn das hilft, ist das das Beste, was machen kann.

00:27:32: Und in der Depression gibt's immer... rohe Phasen, wo es gut läuft und man sich eigentlich denkt das gar nichts ist.

00:27:37: Und alles ist super!

00:27:39: Am nächsten Tag kann man nicht mehr aufstehen und fühlt sich so schlecht und ist einfach nur niedergeschlagen.

00:27:48: Es gibt einfach Phasens... Das kann man auch nicht vorhersehen.

00:27:52: Das kann eine Zeit super laufen und man denkt jetzt wird's endlich besser.

00:27:58: Es war bei mir so dass endlich besser gewesen ist.

00:28:03: Von ein auf den anderen Tag war das eine richtig schlimme Zeit und Phase wieder.

00:28:08: Und ich war so niedergeschlagen, nicht nur wegen der Depression sondern weil ich endlich gedacht habe dass es besser läuft und dass es das endlich besser wird.

00:28:19: Es geht wahrscheinlich auch darum, dass man für diese Phasen die richtigen Instrumente kennt und vielleicht Dinge, die allen gut tun.

00:28:30: Dass man sagen kann, jetzt wird's schlechter und ich kann auf diese Ressourcen zurückgreifen.

00:28:36: Mein Freundeskreis weiß was sie zu tun haben.

00:28:38: Ich glaube das ist viel wert, dass sich da so etwas aufbauen kann.

00:28:42: Und noch ... Jetzt haben wir am Anfang gesagt Zwei Diagnosen wurden gestellt.

00:28:48: Es wurde noch die Diagnose ADS gestellt.

00:28:50: Genau!

00:28:50: Viele kennen ja eigentlich nur ADHS, also ein Aufmerksamkeitshyperaktives Defizit sind oben.

00:28:57: Das heißt dass man eigentlich sehr hyper aktiv ist.

00:29:02: Meistens wird das ja.

00:29:02: in der Kindheit wirft man oft mit diesem Begriff um sich sagt oh er ist super aktiv.

00:29:08: aber die ist jetzt genau das Gegenteil.

00:29:10: vielleicht können wir das nochmal ganz kurz Anstelle, was bedeutete das?

00:29:14: Also noch mit in dieser anderen Diagnose mit reingemischt.

00:29:17: Genau.

00:29:18: also wir haben ja am Anfang von der Therapie also bevor ich wirklich Therapie hatte diese ganzen Tests gemacht und mein Therapeuten wollte halt wirklich alles abdecken dass sie auch wirklich weiß womit man es zu tun hat.

00:29:32: Und dann hat sie da auch dieses ADS-Testset mit rein gepackt.

00:29:38: Ich weiss nicht genau wie das heißt.

00:29:41: Und dann war ich positiv auf dieses ADS.

00:29:44: Und der Unterschied zum ADHS, das H ist die Hyperaktivität.

00:29:49: Also ich hab ADHS nur ohne das H also ... Ich kann auch stillsitzen und so wie jetzt, man würde es nicht merken.

00:29:59: Das ist das, dass man das halt nicht gemerkt hat.

00:30:02: Weil ich ja nicht hyperaktiv war sondern ...

00:30:05: Ja.

00:30:06: Dadurch fällt es dann halt nicht auf aber trotzdem... Konzentrationsprobleme, geringere Aufmerksamkeit.

00:30:12: Das war so ... Genau!

00:30:13: Das hab ich auch immer noch.

00:30:15: Also das ist auch was, was bleibt?

00:30:16: also ich ... Das werde ich wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren muss ich halt damit umgehen können.

00:30:22: Aber hat dir das geholfen die Diagnosen zu bekommen?

00:30:25: Damit du sozusagen... Also das is ja immer ein bisschen ... Manchmal sagt man okay jetzt habe ich eine Diagnose Mist Was mache ich.

00:30:32: aber manchmal kann es dir auch erleichtern sein wenn man weiß Ich habe jetzt was und weiß wenigstens, woran ich bin sozusagen.

00:30:38: Und ich kann daran arbeiten?

00:30:40: Ja auf jeden Fall weil das hat endlich erklärt, was halt schon immer zu mir gesagt wurde du kannst dich nicht konzentrieren.

00:30:47: also ich war das Kind in der Grundschule dass aus dem Fenster geguckt hat irgendwie über alles mögliche nachgedacht hat sich Geschichten ausgedacht wie es im Garten spielt und was weiß ich ohne den Unterricht zu folgen.

00:31:05: Da ist ihm so was für eine Träumerin, die Clara ist so ne Träumerin.

00:31:08: Die guckt überhaupt nicht im Unterricht zu und guckt die Vögel an alles

00:31:12: Mögliche.".

00:31:14: Und das ist dann halt so unentdeckt aber trotzdem geblieben weil man halt es immer auf dieses Kindliche auch geschoben hat.

00:31:20: Weil ich halt still gesessen bin!

00:31:22: Vielleicht wäre's eigentlich wichtig wenn man merkt vielleicht schon im Kindesalter irgendwas auffällig.

00:31:28: Das muss ja gar nix Schlimmes sein, wenn wir mal da kommen.

00:31:31: Lass uns doch vielleicht mal schauen, ob da eine andere Diagnose im Raum ist.

00:31:35: Also wir sollen jetzt nicht immer alles zu Ärztinnen und Ärzten rennen und das Schlimmste sagen wir mal ... Ja?

00:31:41: Irgendwie raufbeschwören.

00:31:44: aber ich glaube dass wenn man sensibler darauf schaut dann vielleicht doch mal ein Ticken früher irgendwie ja solche Sachen auch angeht Dann könnte man vielleicht doch das eine oder andere verhindern.

00:31:55: Das ist ja so.

00:31:56: das große Thema Prävention findet in Deutschland sowieso viel zu wenig statt.

00:32:01: Dass wir wenig über solche Themen sprechen, dass wir wenig aufklären und meistens dann nur wenn's halt knallt so wie bei dir, wo du merkst jetzt geht gar nichts mehr und jetzt brauche ich was.

00:32:11: Und ja vielleicht so abschließend ... Was würdest du betroffenen raten?

00:32:19: Vielleicht hört gerade jemand auch diese Folge und denkt sich so boah, alle Symptome die ihr gerade aufgezählt habt da finde ich mich voll wieder.

00:32:28: Was mach ich?

00:32:29: Also, was soll ich machen?

00:32:30: Hast du da irgendwie so als auch Betroffene ein Tipp?

00:32:34: Ja.

00:32:34: Also die ... Bei mir war das mit dem ADS so.

00:32:38: oder mit dem ADS war es bei mir so, dass das unentdeckt geblieben ist und da der Depression herkam.

00:32:44: Also, dass es manchmal so, wenn das unenteckt bleibt, sich dann eine Depression entwickeln kann.

00:32:49: Und dass man vielleicht, wenn man ... Ehe schon auf ... der Suche ist nach Hilfe, dass man das vielleicht mit abchecken lässt.

00:32:56: Ob das nicht auch dahinter steckt?

00:32:59: Vor allem bei jungen Frauen oder bei Frauen generell ist es so ein Thema.

00:33:03: Da bleibt's auch noch mal unentdeckter.

00:33:05: Genau!

00:33:05: Einfach weil Frauen eher dieses ADS-H und nicht das ADHS.

00:33:09: Also das ist einfach häufiger.

00:33:14: Aber um abschließend zu sagen für jedem, den's nicht gut geht... und der sich nicht gut fühlt, holt euch einfach Hilfe bevor es zu spät ist.

00:33:28: Bevor man sich was antut oder bevor es wirklich am Kipppunkt ist und man sich auch mit sich nicht mehr wohlfühlt.

00:33:37: Sich da tatsächlich lieber mal Hilfe holen oder mit dem Umfeld sprechen das offen angehen und zu sagen hey irgendwas stimmt mit mir nicht.

00:33:49: Meine Erfahrungen nach sind eigentlich alle immer sehr offen dem Thema gegenüber.

00:33:56: Und wollen helfen, weil die auch wichtig sind.

00:34:01: Weil die einem auch wichtig ist und die gucken einfach nach einem auch.

00:34:05: Ich glaube was auch superwichtig ist dass wenn man in diesem Umfeld ist und merkt ein Freund eine Freundin oder ein Familienmitglied macht gerade so ne Zeit durch und merken irgendwas ist nicht in Ordnung dann vielleicht doch einfach mal die Situation ergreift und sagt, ich unterstütze dich.

00:34:21: Ich bin für dich da!

00:34:22: Du kannst offen mit mir sprechen ... Ja?

00:34:24: Ich biete dir Hilfe an.

00:34:25: Lass uns gemeinsam schauen was dir hilft.

00:34:27: also gar nicht so Druck aufbauen auch nicht dieses Ha, hab dich nicht so oder ne, sondern dass wir einen gemeinsamen Genau das ernst nimmt, gemeinsam schaut was kann man tun?

00:34:38: und du hast gesagt es gibt Möglichkeiten.

00:34:40: Es gibt Hotlines die man anrufen kann.

00:34:42: die können wir auch gerne nochmal in die Capsion setzen.

00:34:44: wir können da auch noch mal was mit einfügen damit wir einfach Die Anlaufstellen die da sind auch zeigen.

00:34:51: und eine Sache die wir definitiv auch als Gesellschaft vertreten sollten ist die ausreichende Finanzierung in der Psychotherapie.

00:35:00: Wir erleben jetzt gerade, dass die Gelder gestrichen werden.

00:35:03: es gibt sowieso schon viel zu wenig Plätze.

00:35:05: das heißt in der heutigen Zeit wo depressive Stimmungen Depression an sich und halt auch die psychische Überlastung zunimmt haben wir immer noch zu wenig Plätze und wollen jetzt noch die Finanzierung streichen.

00:35:20: Das ist ein absolutes No-Go.

00:35:21: Es gibt auf

00:35:22: gar keinen Fall

00:35:22: ... Genau, deswegen müssen wir da auch als Gesellschaft darauf achten, dass wir da gute Angebote schaffen.

00:35:30: Weil?

00:35:30: Und das muss man auch sagen wird eine Depression frühzeitig behandelt kann sie viel, viel, viele schlimme Folgen verhindern.

00:35:39: Deswegen müssen wir halt einfach hinschauen und dürfen ... Ich sag mal bei diesen Themen dürfen wir nicht keine Gelder streichen.

00:35:48: Und ich glaube, da müssen wir sogar noch mal viel mehr Geld investieren, um halt auch junge Menschen schon mit richtigen Angeboten zu unterstützen.

00:35:57: Bei dir ist es ja so das beste Beispiel, ne?

00:36:00: Wenn man im frühen Kindesalter und dann als Jugendliche vielleicht schon frühzeitig eine gute Unterstützung bekommt ... Dann du hast ja dein ganzes Leben sozusagen ja noch vor dir!

00:36:10: Verläuft dann ja superran, wenn man die Unterstützung bekommt und da müssen wir einfach ansetzen.

00:36:16: Auf jeden Fall also das ist wichtig dass man da jetzt nicht wegguckt und es auch generell so man darf niemals weggucken Hinschauen ist ja egal in welchem Bereich.

00:36:24: Man muss das problem angehen und mit den geldern das zu streichen.

00:36:28: Das fatal das kann ich gar nicht in worte beschreiben.

00:36:32: eigentlich weil Ich so schockiert darüber bin dass man den Menschen, die sich auch trauen diesen Schritt zu gehen.

00:36:41: So ... den Mut dann auch wieder nimmt.

00:36:44: Weil man ... Ja und genau.

00:36:47: Und dann noch sagt so von Kopf, die stoßen lässt, sagt nee es geht nicht.

00:36:52: Das ist einfach, das geht absolut nichts fatal.

00:36:55: Also absolut ganz wichtig.

00:36:58: wir brauchen mehr Angebote.

00:37:00: Die Wartezeiten sind zu lang, mindestens sechs Monate bis teilweise zwei Jahre.

00:37:03: Bis man eine geeignete Therapie oder einen Therapieplatz bekommt?

00:37:07: Das ist zu lang und ich möchte noch mal sagen dass ich super stark von dir finde das du über dieses Thema offen sprichst.

00:37:14: Das ist sicherlich nicht einfach und gleichzeitig ist es aber so wichtig weil du damit anderen Menschen, die vielleicht genau das Gleiche gerade durchmachen oder noch einem anderen Punkt sind.

00:37:25: Den schenkst du einfach Mut dadurch?

00:37:26: Ja deswegen bin ich auch da.

00:37:28: es war mir wichtig weil ihr seid nicht alleine!

00:37:32: Ihr seid auf jeden Fall nicht alleine und dass ist ganz wichtig zu sagen für alle und deswegen wollte ich das auch unbedingt machen und den menschen auch mut machen egal in welcher Altersstufe man is.

00:37:43: und auch an die freunde die da jetzt vielleicht zuhören nehmt euch einen ruhigen Moment und fragt einfach mal nach, ob alles okay ist.

00:37:54: Und dann darf das auch ein Prozess sein, der länger dauert.

00:37:57: Aber da einfach da sein und helfen ist wichtig?

00:38:00: Ganz wichtige Worte!

00:38:01: Also vielen lieben Dank, dass du so offen darüber gesprochen hast.

00:38:04: Gerne.

00:38:05: Ich hoffe, dass wir ... ja, euch falls ihr grade merkt, dass ihr auch solche Symptome habt.

00:38:10: Falls ihr davon betroffen seid.

00:38:11: Falls Ihr wie Du gerade gesagt das Familiemitglieder seid oder Freundinnen und Freunde die jemandem im Umfeld haben Vielleicht struggled.

00:38:20: Achtet aufeinander, gebt aufeinander acht.

00:38:23: Seit dem Austausch bietet Hilfe an und Hilfesuchen bedeutet nicht dass man schwach ist, sondern stark ist.

00:38:31: Deswegen umso wichtiger das wir heute darüber gesprochen haben.

00:38:34: Vielen Dank Clara, dass du hier warst.

00:38:36: Freut mich auch sehr, danke schön!

00:38:37: Ich hoffe die Folge euch gefallen hat, dass ihr ein paar Impulse mitnehmen könnt.

00:38:44: Wir freuen uns auf euer Feedback Klarer, wie du gesagt hast.

00:38:47: Ihr seid nicht allein und vielen Dank fürs Zuhören.

00:38:50: Bis zum nächsten Mal!

00:38:52: Ciao ciao!

00:38:52: Tschüss!

00:39:16: Kamera,

00:39:18: Ferdinand Hauschild.

00:39:19: Ton?

00:39:21: Ferdinalt Hauschild und Jan Schiemann.

00:39:24: Redaktion

00:39:25: Vanessa

00:39:25: Kolozicik und Ellen Watzlawek.

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