"Wir wollen helfen" I Luis Teichmann und Marco Strohm über ihren Verein Blaulicht für Blaulicht e.V. I 42

Shownotes

In dieser Podcastfolge spricht Dominik gemeinsam mit Luis Teichmann, der vielen unter dem Namen 5_sprechwunsch bekannt ist, und Marco Strohm, der leitender Notarzt ist.

Im Gespräch mit Dominik geben sie Einblicke in ihren Arbeitsalltag und sprechen über die steigenden Anforderungen, den zunehmenden Druck sowie die psychischen Herausforderungen, mit denen viele Einsatzkräfte konfrontiert sind. Dabei wird deutlich, wie stark die Arbeitsbelastung, emotionale Extremsituationen und strukturelle Probleme das Gesundheitswesen prägen.

Aus dem Grund wollen sie helfen und Einsatzkräfte unterstützen. Wie? Mit ihrem Verein „Blaulicht für Blaulicht."

Mehr Infos dazu hier:
https://www.blaulichtfuerblaulicht.de/

Transkript anzeigen

00:00:07:

00:00:19: Ja, ihr Lieben.

00:00:19: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge hier im Podcast Pflegestark und ich freue mich sehr darauf dass wir heute hier eine Premiere haben denn Ich habe heute nicht einen Gast sondern zwei Gäste.

00:00:30: Und ich möchte erst mal herzlich begrüßen Marco Strom schön dass du hier bist unter anderem Leitener Notarzt der Feuerwehr Köln bist sozusagen Ein bekannter Hund hier im Rheinland und schon lange in Business.

00:00:45: Richtig cool, dass du dabei bist!

00:00:47: Und Luis Teichmann besser bekannt als Fünf-Untersprech-Sprechwunsch auch im Rettungsdienst glaube ich ein sehr sehr bekanntes Gesicht.

00:00:57: Schön, dass Du auch hier bist heute, Luis.

00:00:59: Ja danke für die Einladung.

00:01:00: Marco ist ja nicht nur im Rhineland sondern auch auf dem Rhineland bekannt.

00:01:03: Ohja.

00:01:05: Das war ein guter Spruch.

00:01:07: Marco fliegt ja natürlich auch hoch in der Lüfte und wir wollten heute über ein Thema sprechen, was uns irgendwie alle betrifft.

00:01:16: Aber auf einer anderen Seite immer noch so sehr verschwiegen wird und auch ein Tabuthema ist.

00:01:21: Und zwar die Belastung oder auch Überlastungen, die wir tagtäglich als Helfende im Gesundheitswesen erleben.

00:01:30: Ganz besonders über emotionale Erlebnisse ... teilweise auch so belastend sind, dass sie vielleicht auch Kolleginnen und Kollegen aus dem Beruf treiben.

00:01:40: Und immer mit der Frage wie kann man vernünftige Maßnahmen finden?

00:01:45: Wie kann man unterstützen?

00:01:47: Man kann es unschwer erkennen für die jetzt gerade den Videopodcast sehen das wir alle ein gleiches Shirt an haben mit einer Aufschrift blaulicht für Blaulicht und darüber wollen wir auf jeden Fall sprechen.

00:02:01: zu dieser Vereinsgründung kam.

00:02:03: Aber vielleicht mal zum Start, wenn ich euch beiden so frage ... Emotionale Überlastungen?

00:02:11: Alltäglich oder selten?

00:02:13: Was würdet ihr sagen?

00:02:17: Also im Gesamtenrettungsdienst sicherlich alltäglich für jeden persönlich.

00:02:22: Zum Glück nicht!

00:02:23: Ich glaube, wenn es alltägig wäre, wären wir alle nicht mehr in der Lage den Job zu machen und das gilt natürlich für euch.

00:02:29: eine Notaufnahme und auf Intensivstationen oder auch auf Palliativstationen, sicherlich genau so.

00:02:35: Also es sind jeden Tag extrem vordernde Situationen aber sie verteilen sich zum Glück auf verschiedene Menschen.

00:02:44: Was aber nicht bedeutet dass die nicht da sind?

00:02:47: Sie sind da und du hast das richtig gesagt.

00:02:50: wir erleben sie alltäglich vielleicht nicht immer persönlich Aber die Kolleginnen Kollegen erleben solche situation Und kann unter Umständen, können das ja wirklich sehr traumatische Erfahrungen sein die du dort auch stattfinden.

00:03:04: und Luis wie siehst du das?

00:03:06: So deine letzten Dienste die du hattest.

00:03:08: Hattest du vielleicht auch so ein Erlebnis dabei?

00:03:10: Das ist ein guter Punkt weil ich tatsächlich einen Video machen wollte zum Thema Bord Out denn alle denken immer die Belastung entsteht vielleicht durch psychische Überbelastung aber ich glaube nicht zu vernachlässigen ist auch das Bord out durch psychisch Unterbelastungs oder den Eindruck, dass man keiner sinnstiftenden Tätigkeit nachgeht.

00:03:31: Ich sage das jetzt ganz hart aber wenn ich die letzten Dienste reflektiere hat jeder DHL-Paketbote mehr gearbeitet als ich weil der ist auch Auto gefahren, er hat aber noch Pakete geschleppt.

00:03:41: Ich bin einfach nur Auto gefahrt und die Patienten konnten alle laufen und ich mache dem Patienten keinen Vorwurf.

00:03:46: Aber am Ende des Tages fragt man sich natürlich so ein bisschen nach dem Sinn.

00:03:50: Das stellt sich eine Unterforderung ein Und auch das ist belastend.

00:03:53: Auch das stresst Kollegen glaube ich auf Dauer.

00:03:56: Der Körper unterscheidet ja erst mal nicht zwischen positivem oder negativen Stress.

00:03:59: Stress ist Stress und ich glaube, dieses Wechselduschen zwischen Überbelastung und dann wieder dieser Unterbelastungen das macht langfristig eine Belastung die also so eine Mischung ist aus Bord und Burned out.

00:04:20: Finde ich jetzt auch einen interessanten Punkt, das halt vielleicht mal so zu betrachten.

00:04:23: Ich kann ja auch mal so aus meinen Alltag, ich hab die Fachweiterbildung gemacht und bin damals von einer sehr stressigen Intensivstation in die Anästhesie gekommen.

00:04:30: An dieser Stelle sorry an alle, die in der Anäesthesie arbeiten, das ist jetzt nicht böse gemeint!

00:04:34: Aber ich hatte wirklich so das Gefühl von jetzt auf gleich okay chillig so?

00:04:37: Ich kann meine vier, fünf Kaffee trinken immer wieder zwischendurch.

00:04:40: es war relativ entspannt.

00:04:42: natürlich wird da auch gute Arbeit geleistet und man braucht auch Kompetenzen um Fähigkeiten, um dort zu arbeiten.

00:04:48: aber was ich nach zwei Wochen gemerkt habe, ich hatte auf einmal unglaublich viel Stress Wo ich mir vorher dachte, auch ist es ganz entspannt.

00:04:54: Also man macht sich ja auch so irgendwann ... Ich hab das Gefühl, egal in welchem Bereich man geht, wie die Anforderungen sind, Stress wird man so oder so irgendwann entwickeln und der Körper adaptiert.

00:05:05: Und dann macht man sich vielleicht einfach Stress.

00:05:08: Finde ich auch spannend in diesem Zusammenhang dass du sagst hey gestern hatte ich drei Reanimationen alle drei haben nicht überlebt.

00:05:14: total überlastend fahr ich drei mal hin, hab zweimal Rückenschmerzen seit zehn Monaten und einen, der ein Schnupfen hat.

00:05:24: Das ist ja auch schon krass, was dafür teilweise für Unterschiede herrschen.

00:05:30: Aber ... Ich würde davon ausgehen, dass die Krassenfälle ... Marco, wir haben uns vor der Aufnahme unterhalten.

00:05:39: Du hattest jetzt erst vor Kurzem wieder relativ krasse Fälle?

00:05:44: Und wir reden hier von... Versterben von Kindern, das sind doch schon auch sag ich mal so Spitzen die schon wirklich extrem sind oder?

00:05:54: Total.

00:05:55: und da sind ja auch Einsätze die nicht weggehen.

00:05:57: Also das sind ja Einsätze, die bleiben dann lebendlang irgendwo im Hinterkopf.

00:06:01: Sie sind einsortiert aber dann brechen sie auch nochmal aus und wenn ein neues Ereignis kommt ist das Alter auch wieder da und es wird so ein bisschen addiert sich so ein bißchen und viele Kollegen nutzen ja diese diesen Begriff von dem Glas, wo immer ein Einsatz in Tropfen ist und irgendwann ist es voll und läuft über.

00:06:21: Und das habe ich in meiner Zeit im Rettungsdienst schon oft gesehen auch von stabilen Leuten die ganz plötzlich dann wegbrechen entweder komplett aus dem Beruf.

00:06:37: also ich kenne einige die sind aus dem Rettungswagen ausgestiegen und nie wieder eingestiegen.

00:06:45: Und zu hohe Belastung und zu hohen Belastungen.

00:06:48: Tschüss!

00:06:50: Wir wissen ja, wir haben in diesem Bereich ein großes Problem.

00:06:54: Wir haben doppelt so viel Depressionen wie in der Normalbevölkerung.

00:06:59: Wir sind doppeltso viele Menschen mit Substanzmissbrauch.

00:07:04: Also wir haben da schon eine Problematik und wir haben immer besser werdende Mittel aber noch nicht die... Mittel, um es wirklich zu senken.

00:07:16: Aber was wir schaffen dafür dient ja auch so ein Format wie heute dass wir mehr Bewusstsein schaffen.

00:07:23: Wir brauchen viel mehr Aufmerksamkeit.

00:07:25: und ich glaube also dieses Thema du hast gerade angesprochen Ich habe hier auch eine Statistik die ich fand ist wirklich beunruhigend eigentlich das zu lesen weil Ein dritte des medizinisch- und phlegischen personals leidet an Depression.

00:07:40: Also das sind wirklich Studien oder auch Daten, die über mehrere Krankenkassen erhoben werden.

00:07:46: Und es ist nicht so dass jetzt eine Krankenkasse sagt wir haben das festgestellt.

00:07:51: Es zieht sich durch alle Nachweise durch also gibt ja immer so Jahresreporte wo man das nachlesen kann.

00:07:57: ich finde es Wahnsinn.

00:07:58: ein Drittel zehn Prozent berichten von Suizidgedanken was ... auch unglaublich beängstigend finde.

00:08:05: Und wir müssen auch sagen, ich weiß nicht wie es bei euch im Rettungsdienst ist aber die Zahlen sind so wie ich sie gesehen habe ungefähr gleich... Die Ausfallquote also die Krankheitstage im Jahr sind überdurchschnittlich hoch teilweise doppelt so hoch wie in anderen Berufen und in der Pflege zum Beispiel ist Hauptursache unter anderem in den Top drei psychischer Erkrankungen und psychische Belastung.

00:08:26: Das heißt wir reden ja hierbei etwas was alltäglich da ist Aber irgendwie ist es immer noch ein Tabuthema und das wird so unter den Teppich gekehrt.

00:08:35: Wie du grad sagst, dass Glas ja solange wir noch eins zwei Tropfen reingehen, wird schon gut gehen.

00:08:39: aber was passiert?

00:08:41: Wenn der letzte Tropfen dann überläuft und dann ist es auf einmal soweit Und dann reden wir genau darüber welche Angebote gibt es um?

00:08:47: wie reagiert auch das kollegium vielleicht darauf?

00:08:50: Ja

00:08:51: erlebt ihr das

00:08:52: wenn zum Beispiel an Du weißt gar nicht wanns passiert also Wenn du im Debriefing nach dem Einsatz bist oder so, dann wird es angesprochen.

00:08:59: Dann kommt vielleicht auch ein PSU-Team.

00:09:02: Das hat ja auch einen großen Wert.

00:09:03: also gerade die kollegiale Hilfe reicht ja in fast der Hälfte der Fälle aus um einfach den Einsatz nachzubesprechen entweder im professionellen oder auch im privaten.

00:09:14: wenn man mit Freunden die aus dem gleichen Job kommen drüber spricht das hilft ja schon.

00:09:20: aber wenn's dich dann trifft wenn du alleine zu Hause bist Hast du dann noch die gleichen Möglichkeiten oder kennst du sie?

00:09:27: Ich glaube, es gibt sie.

00:09:29: Aber sind Sie überhaupt bekannt?

00:09:30: Weil vielleicht trifft's dich erst, wenn du den dritten Tag nicht aufgestanden bist zu Hause ... Oder dir zum dritten Mal abends äh

00:09:40: ... Du kannst sowieso sagen, dass das nicht passiert ist.

00:09:46: Es wäre ein Substanz teilweise genommen um ... Ich sag jetzt mal negative Gedanken vielleicht auch zu verdrängen.

00:09:52: Und man merkt es vielleicht schon gar nicht mehr, dass man in diesen Strudel irgendwie schon so festgefahren ist, das man da gar nicht rauskommt und ... Das ist dann natürlich ein riesengroßes Problem.

00:10:04: Luis, die Briefing findet das regelmäßig statt?

00:10:08: Also ich würde sagen aus Sicht der Pflege würde ich sagen, boah!

00:10:12: So wie das im Rettungsdienst läuft, so würd ich's mir manchmal in der Notaufnahme wünschen.

00:10:17: Die Briefing ist natürlich so'n ... aus der Luftfahrt angeeigneter Begriff, der sehr professionell klingt und anmutet.

00:10:24: Und man stellt sich so vor... keine Ahnung wie in Topgarn, da sitzen dann die alle in so einer Reihe und schauen sich alles nochmal ganz genau an und fünf Stunden wird das nachbesprochen.

00:10:32: Dann wird es vom nächsten Mal besser!

00:10:34: So ein Debriefing würden wir uns sicherlich alle wünschen findet in der Praxis aber nicht statt.

00:10:40: Strukturierte Debrifings nehme ich auch sehr selten wahr.

00:10:44: also die müssen ja wirklich moderiert sein.

00:10:45: Da brauchst du jemanden der auch in der Lage ist einen Debriefe zu moderieren.

00:10:48: Ich nehme Debriefings, auch aus jüngsten Geschehnissen dann immer so war.

00:10:53: Einer einem brennt es unter den Nägeln und der sagt so wir müssen das jetzt nachbesprechen zeigt dann einmal mit dem Finger auf alle sagt wie ich's nächst mal besser laufen muss und dann geht er Und dann kann man sagen ja wir haben es nach besprochen.

00:11:04: Das ist für mich aber keine strukturierte Nachbesprechung.

00:11:07: und wenn man dann zum Beispiel mal mitten am wirklichen Fachkraft so ein Debrieping durchführt also dann zb auch psychologischerseits Dann merkt man schon dass das noch mal eine andere Ebene ist.

00:11:20: Und dann merkt man auch, wenn wir sagen ja, man unterhält sich mit Kollegen und so.

00:11:24: Ja, das mag auch seine Berechtigung haben.

00:11:27: aber wenn ich jetzt so vergleichen Gespräche mit dem Kollegen den hört sich das an und dann fragt er vielleicht so ein zwei Sachen Aber der stellt nicht Fragen die einen nochmal zum reflektieren oder nachdenken anregen um das vielleicht langfristig mittelfristig besser einzuordnen.

00:11:41: alles diese professionellität fehlt mir.

00:11:45: also wir werfen habe ich den eindruck vielleicht bin ich da auch zu kritisch im rettungsdienst mit vielen fachbegriffen immer um uns aber, wir verstehen sie nicht oder beleben sie nicht in dieser intensität beschreiben.

00:11:57: Das droht rüber.

00:11:58: wir haben jetzt ein debriefing gemacht aber wahrscheinlich lacht sich da jetzt wiederum jeder pilot tot wenn er hört wie wir debriefen weil er sich sagt okay aber das erfüllt doch das kriterium gar nicht.

00:12:07: das kritten darüber habt ihr gar nicht gesprochen.

00:12:10: Also ich will jetzt gar nicht zu ausweiten, aber ich habe mich kürzlich mit noch mal mit einem Lufthansa-Kapitän ausgetauscht.

00:12:17: Weil die jedes Mal wenn sie von der Flugschule kommen ganz frisch dann müssen die erstmal nicht ins Cockpit und so ein Multicrew Training durchführen.

00:12:25: Dann lernen die das erste Mal... sind die ganze Zeit immer nur allein unterwegs gewesen?

00:12:29: Und auf einmal lernen die okay ich bin jetzt in dem Cockpit da sitzt jemand neben mir.

00:12:33: Wie sind jetzt eigentlich die Abläufe, wie wird kommuniziert etc.

00:12:36: Das müssen sie im Simulator trainieren und trainieren.

00:12:38: Dann habe ich gesagt, ich finde das super faszinierend weil wenn wir das auf unseren Rettungsdienst übertragen dann haben wir das auch nicht dass man das so trainiert.

00:12:46: Die Notsanitäter auszubilden trainieren ein bisschen unter Sicht aber die Trainieren nehmen mit Rettungssanitätern, die Notärzte trainieren nie mit Notfallsanitätern.

00:12:53: Wie Einsatzabläufer werden nicht trainiert?

00:12:55: Und dann wundern wir uns darüber, wie chaotisch teilweise Einsätze verläufen.

00:12:58: Das Regeln, dass das Aufgaben nicht verteilt sind oder ein Hyperfokus stattfindet.

00:13:03: und er sagt der kann sich ... Er konnte es sich überhaupt nicht vorstellen!

00:13:06: Er dachte doch gerade wir würden auch so arbeiten... Ich hätte jetzt

00:13:10: aber auch grade gedacht, dass ihr euch da wirklich ... Also

00:13:12: Skill

00:13:13: Training auch gemeinsam?

00:13:14: Ihr seid ja in sehr krassen Situationen müsst ihr euch aufeinander verlassen.

00:13:19: Wir kennen uns aber gar nicht.

00:13:21: Das ist schon krass

00:13:22: ne?!

00:13:22: Aber das ist gleich wie in der Luftfahrt, die kennen sich ja auch nicht.

00:13:26: Die kennen ihre Aufgaben!

00:13:28: Und sie sind standardisiert?

00:13:29: Ja genau und aber gut... Das ist dann nicht so was ich mich gerade gefragt habe.

00:13:34: es gibt ja Begriffe D-Breathing Es gibt hochprofessionell aufgesetzte Verfahren und die mögen alle ihre Berechtigungen haben, die mögeln alle gut sein.

00:13:42: aber vielleicht wäre es doch sinnvoll zu sagen hey wir fangen mal ganz slow an Dann nennen wir's doch einfach mal ganz klassisch nur nach Besprechung.

00:13:48: aber wir fang noch wenigstens erst einmal an uns nachzubesprechen.

00:13:52: Versteht ihr, was ich mein?

00:13:53: Vielleicht muss man gar nicht das Non-Plus-Ultra-Konzept direkt umgesetzt haben.

00:13:58: Aber wenn man wenigstens anfängt, vernünftig danach zu sprechen ... Also, du machst das besser und das besser, sondern dass man lernt mit Emotionen auch mal umzugehen, die rauszulassen dann aber auch in die Reflexion kommt.

00:14:11: Das sind für mich mehrere Schritte.

00:14:13: Und vielleicht ist so ein ... Ich könnte mich jetzt auch korrigieren.

00:14:17: Vielleicht ist es ein Debriefingverfahren, Ich sag jetzt mal sieben verschiedene Schritte hat, die man immer befolgen muss einen richtigen Algorithmus.

00:14:24: Vielleicht ist das einfach auch ein Step zu viel schon.

00:14:27: Also vielleicht muss man weiter und anfangen?

00:14:30: Also Louis hat das ja schon gut analysiert es ist ein völliges Chaos.

00:14:37: Die Briefing ist für mich nach einem Einsatz auffangen der Beteiligten nicht mehr und nicht weniger.

00:14:46: ich glaube eine Nachbesprechung ist nach einem einsatz völlig unmöglich weil alle ja gedanklich noch in dem Einsatz oder bei den Patienten oder der Patientin sind.

00:14:56: Das heißt, für eine strukturierte und überhaupt funktionierende Nachbesprechung braucht man erst mal eine gewisse Nüchternheit also einen gewissen Abstand dazu.

00:15:06: Die Briefing ist für mich die wichtigste Funktion zu gucken.

00:15:09: Sind doch alle einsatzklar sich an die Augen zu gucken Hilfe anzubieten und auch Anzubieten.

00:15:16: jeder und jeder darf jetzt nach Hause gehen den Dienst abbrechen

00:15:22: Viel

00:15:22: mehr und vielleicht noch ein paar Impressionen mitnehmen.

00:15:28: Aber viel mehr sehe ich beim Debriefing nicht, weil wie gesagt es ist zu nah dran!

00:15:33: Also ich hatte leider auch in der Notaufnahme... Selten so die Briefings oder Nachbesprechungen, hier vielleicht mal Grüße an Christoph Adler.

00:15:43: Ich hab mit dem tatsächlich immer einen Schockraum gehabt wo wir auch eine prologierte Reanimation hatten, die erfolglos war und dort habe ich zum ersten Mal ein richtiges Debriefing wirklich danach gehabt.

00:15:54: Wir haben uns ... es waren auch, sagen wir mal so, die Notaufnahme war voll aber es war überschaubar.

00:15:59: also man konnte es regeln Und wir haben uns danach im Schockraum mit den allen Beteiligten hingestellt einmal über die persönlichen Eindrücke gesprochen, wir haben darüber gesprochen wie wir diesen Fall erlebt haben.

00:16:12: Unsere Handlungen einmal reflektiert also wie wir eingeschätzt haben was wir gerade gemacht haben ob es das richtige war oder auf dem richtigen Weg waren und was eigentlich passiert ist.

00:16:21: Also es war super!

00:16:22: Das waren ich glaube am Ende zehn fünfzehn Minuten.

00:16:25: also es war jetzt gar nicht so sagen mal eineinhalb oder zwei Stunden dass man sich irgendwo hingesetzt hat sondern man hat da wirklich danach einmal kurz gesprochen geschaut sind alle auf einen Nenner Einverstanden mit dem, wie das eigentlich passiert ist.

00:16:37: Find ich nämlich auch super wichtig ne?

00:16:39: Dass wir einmal schauten irgendwie haben wir da was gemacht womit ich überhaupt nicht fein bin so.

00:16:44: Ich glaube es ist wichtig dass man das direkt anspricht aber das war auch.

00:16:47: also Wir sind danach alle rausgegangen und dachten uns wow geil dass wir sowas mal gemacht haben Und ich finde wenn man das als highlight sieht Das zeigt ja schon dass man da sonst fast gar nicht drüber spricht.

00:16:58: Ich habe dir auch vorher gesagt in der Notaufnahme, du hast ja bei mir auch mal hospitiert.

00:17:02: Du siehst was wir manchmal mitbekommen da ging es ja schon ab.

00:17:05: Du rennst von einem Behandlungsraum in den nächsten.

00:17:08: Ich hatte vor langer Zeit bevor ich in Köln weggegangen bin ein Fall wo zwei Fälle an einen Tag wo zwei Kinder verstorben sind in den Schockräumen und ich war absolut nicht mehr einsatzfähig und ganz viele Kolleginnen von mir auch nicht.

00:17:22: Aber es ging einfach immer weiter, die Notaufnahme war brechenvoll.

00:17:25: Wir haben Schockraum, Schockraum, Schochraum nacheinander bekommen.

00:17:29: Behandlungsräume sind voll, die Wartezimmer sind voll und dann stehst du da nach dem Dienst.

00:17:34: alle sind fertig.

00:17:35: Keiner weiß welche Hilfsangebote gibt es eigentlich?

00:17:38: Wo können wir jetzt hingehen?

00:17:39: Ja was macht man dann zusammen wenn man Glück hat und sich gut versteht?

00:17:43: Gebt man vielleicht noch am Kiosk und trinkt einen Spaßgetränk aber das fängt das vielleicht für die Situation auf.

00:17:50: Ich habe wirklich Monate danach, hab ich noch dieses eine verstorbene Kind immer wieder in meinem Traum gesehen.

00:17:57: Weil ich einfach nicht vernünftig darüber sprechen konnte und das ist was Luis gerade gesagt hat.

00:18:01: dieser Faktor externe psychologische Betreuung Beratungen die existiert ja kaum Das ist ja ne Riesen Gap.

00:18:10: also diese Angebote gibt es ja kaum.

00:18:13: oder?

00:18:14: Ich würde jetzt behaupten, wenn du innerhalb deines Krankenhauses mal nachgeforscht hättest.

00:18:18: Bestimmt gibst da irgendwie so ein Pfarrer oder so?

00:18:21: Ja Seelsorge!

00:18:22: Genau,

00:18:22: Seelsorge.

00:18:22: aber das Problem was du ansprichst ist ja... Das habe ich auch erlebt.

00:18:26: wir haben es nicht einmal geschafft einen Bild zusammen zu machen weil die ganze Zeit zu viel zu tun war und als eins machen wollten man alle Schockräume belegt.

00:18:31: also wussten sie dann irgendwie mit Fotoschops helfen.

00:18:36: Wo ich leider schon die Uhr anhörte.

00:18:37: Ja ja du, igene Fehler

00:18:39: mein Freund.

00:18:39: Richtig

00:18:42: Das Problem ist ja diese unfassbare Workload und, dass ihr gar keinen Personal vorhanden ist quasi.

00:18:48: Also wenn ihr sagt ich dachte mit dem Korrektor meint die hat alle gedeblüht, dachte mir Alter dann ist da eine viertel Stunde, zwanzig Minuten kein Mensch rumgerannt in dieser Notaufnahme.

00:18:56: Und das fällt auch auf die Füße wenn du aus diesem Debriefing rauskommst auch wenn es gut finde.

00:19:00: ich meine wir haben jetzt Jungs gesehen im Laguardia am Flughafen was das ausmacht wenn du nur mit einem Fluglotzen so einen riesigen Flughafend bedienst Wenn man sich die Videos anschaut, der hat zwei Frequenzen gleichzeitig.

00:19:13: Teilweise wurde auf beiden gleichzeitig gesprochen und dann plötzlich noch zwei Ausnahmesituationen.

00:19:19: Also es ist quasi schon erwartbar gewesen dass etwas passiert.

00:19:24: Und genauso arbeiten wir ja auch im Prinzip so.

00:19:27: das gibt keine Erwernisse dafür.

00:19:29: Wir nehmen uns diese Auszeiten nicht, weil ja ich habe jetzt keine ATWs mehr.

00:19:32: Nächster Einsatz, nächster Einsatz alle Freimellen die im Status Acht sind.

00:19:35: und dann musst du wenn du sagst wir müssen mal raus da muss den Disponenten noch ganz genau erklären warum?

00:19:41: Und wenn du da nichts irgendwie sagst uns fehlt hier essenzielles Material gibt es quasi auch keine Gründe jetzt irgendwie sich herauszunehmen.

00:19:46: und das produziert dann unter Umständen nicht nur wirklich Folgefehler am Patienten weil man vielleicht noch gedanklich ganz woanders ist sondern natürlich auch im Körper Irgendetwas.

00:19:57: und wenn du jetzt sagst zum Beispiel dass du dich noch Monate später da so daran erinnern konntest.

00:20:03: Das ist halt irgendwie diese Besonderheit, wenn man mich jetzt fragt nach meinen letzten drei einsetzen könne ich aus dem ff nicht sagen Da müsste es wirklich anfangen nachzudenken.

00:20:11: Und wenn du mich jetzt frage der letzte tote Könne ich dir auch nicht sagen aus im ff wann das gewesen ist.

00:20:16: so aber wenn ich jetzt nach dem Letzten kind frags kann Ich die ganz genau sagen wann das gewesen war wie umstände was habe ich vorher gemacht für Sätze gesprochen, was war auf dem Weg dorthin?

00:20:26: Was war danach und warum eine posttraumatische Belastungsstörung?

00:20:31: so schwierig ist es ja weil das Gehirnlichkeit umzuschalten und ständig dir wieder diese Situation vorführt.

00:20:39: Und wenn man so Einsätze gehabt hat die man auch noch Monate später voll runter beten kann dann sollte man sich wirklich fragen ob man nicht jetzt direkt eine ptws hat aber zumindest sich auf diesen Stufen dort hinbefunden hat oder befindet.

00:20:55: und deswegen haben wir gesagt, dass wir mit unserem Verein ein sehr niederschwelliges Angebot schaffen wollen um solche Leute quasi aufzufangen.

00:21:05: Aber lass uns doch das ist doch eine gute Überleitung.

00:21:07: da

00:21:08: hätte ich das geplant

00:21:10: hier nicht abgesprochen muss.

00:21:12: aber nein es ist ja so.

00:21:14: also ich glaube für diejenigen die jetzt auch den podcast hören die sind ja auch die meisten kommen aus dem gleichen Sag mal Berufsfeld, die kennen die Belastung.

00:21:24: Die kennen diese Emotionalität, die da auch mit einher geht.

00:21:28: und jetzt haben wir über viele Dinge gesprochen.

00:21:30: aber irgendwo haben wir immer das Gefühl dass die Angebote entweder nicht da sind oder wenn sie da sind dann findet man sich schlecht.

00:21:39: Dann sind sie im Internet irgendwo unter den achtendreißigsten Reiter versteckt und man muss noch siebenundzwanzig Protokolle auffüllen und am Ende wie du erzählt hast willst ihr dann aberkannt zum Beispiel Ich sag jetzt nicht, wer es aber erkannt hat.

00:21:52: Aber damit gesagt, das war kein akutes Ereignis.

00:21:55: Du bist dreißig Jahre im Beruf und du bist sowieso schon kaputt?

00:21:57: So hast du's gesagt!

00:21:58: Ja traurig genug dass solche Aussagen getroffen werden.

00:22:01: Und da sehen wir ja nur weil irgendwo vielleicht Angebote vorgezeigt werden heißt es ja nicht, dass sie wirklich auch nutzbar sind oder direkt ankommen.

00:22:11: Deswegen Luis gute Überleitung der Verein Blaulicht für Blaulich wie alle drei sind Gründungsmitglieder und ihr beiden seid die Vorsitzenden vom Verein.

00:22:20: Und jetzt mal gerne, glaube ich interessiert alle was soll dieser Verein jetzt bewirken?

00:22:28: Wofür ist er gegründet worden?

00:22:31: Ja Blaulicht für Blaulich ist ein Verein für Einsatzkräfte.

00:22:35: von Einsatzkräften hat damit angefangen dass mir als Creator sehr oft so spendenlings zugeschickt werden oder ja doch spendenlinks.

00:22:47: Ich glaube, es war im Januar vor zwei Jahren mittlerweile.

00:22:51: Da gab's ein krankes Kind von einer Kollegin der Autopolizei und einem Kollegen aus von der Feuerwehr Köln.

00:22:58: Und die wollten sich das Kind kümmern – das war wirklich schwer krank nach einer Intensivstation in Aachen.

00:23:07: Gleichzeitig wird dann so vernachlässigt.

00:23:11: Du möchtest dich natürlich um dieses Kind kümmern, andererseits hast du noch einen Beruf!

00:23:15: Und Kind krank geht auch nur ja bis zu einem gewissen Maße.

00:23:18: Insofern gab es dann da auch einen Spendenaufruf, den habe ich geteilt und das ging dann auch relativ gut durch die Decke was mich sehr freut oder gefreut hat und ist riss aber nie ab.

00:23:32: also jeden Monat kann man sagen passiert irgendwie eine neue Katastrophe und immer.

00:23:36: ich hab das dann immer geteiled und selbst gespendet, geteild, selbst gesendet.

00:23:39: Ich dachte okay jetzt wäre jetzt in meiner Zeit das aus dem Verein heraus zu bedienen weil der scheint's ja... ... einen Bedarf zu geben in Anführungsstrichen.

00:23:46: Und dann habe ich überlegt, wie viele Kommandate machen?

00:23:49: Dann ist mir direkt Marco eingefallen!

00:23:53: Als ich das erste Mal nicht erzählt hat und erst mal meinte, ja können wir machen... Da passiert mir da nix oder?

00:23:58: Sonst würde ich ihn ja in die Steuerschuld zwingen wollen über den Omenbild.

00:24:03: Ja

00:24:04: du weißt es nur noch nicht.

00:24:06: Und um dann habe mich auf die weitere Suche gemacht weil ich wollte entsprechend auch die Berufsgruppen abgebildet haben Polizei-Rettungsdienst, Feuerwehr und Pflege.

00:24:14: Dafür bist du ja dann

00:24:15: da.".

00:24:16: Und Markus' großes Thema ... Da kann er auch gleich was zu erzählen war schon immer so diese psychische Belastung sicherlich aus persönlichen Ereignissen heraus im Dienst.

00:24:26: Mein Steckenpferd war einfach grundsätzlich Spendenaktionen zu organisieren für Kolleginnen und Kollegen.

00:24:35: So sahen wir zusammengefunden und jetzt auch ein Projekt das ganz Weil dann hoffentlich auch online gehen wird.

00:24:43: Echo haben wir schon genannt, Einsatz, Chaos-Hilfeordnung und ... Wo ich jetzt die Zusage über fünf Psychologen bekomme?

00:24:52: Wollte ich erst heute Abend verkündigen.

00:24:53: tatsächlich aber ...

00:24:54: Mega!

00:24:55: Das wird hier schon spoilert.

00:24:56: Die Aufzeichnung hier ist ja ... wird später online gehen als heute Abend.

00:25:00: also deswegen kannst du das schon ganz gut sagen.

00:25:04: Also mega, die Aktion ist ja unglaublich gut weil sie halt eine Lücke für die Menschen.

00:25:10: Er schließt die in diesen Systemen alles geben für andere.

00:25:15: Muss man ja ganz ehrlich sagen und ... Man sagt immer so schön, wer hilft den Helfern wenn sie selber Hilfe brauchen?

00:25:22: Und ich glaube das da einfach sowas absolut Sinn macht.

00:25:26: Es fängt an bei Psychenüberlastungen durch Ausnahmesituation geht weiter zu Schicksalsschlägen, die natürlich auch Menschen in unseren Berufen treffen.

00:25:36: Ja du kannst jetzt alle Spenden immer teilen aber Ist einfach so dein Account ist jetzt ja auch kein Spenden-Account, deswegen ist das irgendwann glaub ich auch irgendwie strange.

00:25:45: Deswegen ist es die richtige Entscheidung und... ...findt dass wir mit diesem Verein einen unglaublichen Mehrwert einfach bieten können.

00:25:53: Und alleine dass du jetzt gerade auch gesagt hast, dass man niederschwellig Kolleginnen und Kollegen eine Beratung, eine Begleitung ermöglichen kann um über solche Fälle zu sprechen wenn sie sowas durchgemacht haben Das ist ja wirklich ein großer Jackpot.

00:26:07: niederschwellig zu halten, ist ja das Allerwichtigste.

00:26:10: Marco du hast selber glaube ich auch mal, man nennt ja immer diese fünf proprietorischen Sitzungen die ja auch laut BGW und Umfallkasse wenn sie genommen werden meistens nach Sitzung drei oder vier auch abgebrochen werden oder fünf werden durchgenommen und danach isst man sozusagen auch fein.

00:26:28: also man sieht ja dass da schon ein Effekt ist.

00:26:32: Du hast selber schonmal solche Sitzungs gehabt oder?

00:26:37: Also ich hatte nach einem Unfall mit sechs schwerst verletzten Jugendlichen, hatte ich so einen Unfallbericht geschrieben und dann hat die Unfallkasse mir das auch erstmalig selbstständig angeboten.

00:26:52: Also diesen Unfall bericht schreiben wir eigentlich immer um halt auch wenn später was kommt ist quasi es eine Aktenlage gibt.

00:27:01: So formell ist das ja leider.

00:27:04: Und dann kamen die selbstständige und ich dachte ja klar das mache Und da war was du eben schon gesagt hast, nicht ganz so eindeutig.

00:27:13: Aber für mich ist es rübergekommen.

00:27:15: Ja, du hast schon sicherlich durch viele Einsatzerlebnisse da so eine... Irgendwas ist da aber das ist nicht durch diesen einen Einsatz verursacht und das ist die Logik der Unfallkasse gewesen.

00:27:31: Es muss ein auslösendes Ereignis geben und bei mir war's eher die Summe der Ereignisse, die dazu geführt hat.

00:27:39: Trotzdem war es total gut und auch das nur ist es ja immer so ein bisschen ungeduldig Ist ja eine Entwicklung, die in die richtige Richtung geht genauso wie dass wir mehr debriefen, dass wir's besser tun können.

00:27:55: dann sind ja alles Entwicklungen Und ihr habt das ja auch schon rausgearbeitet.

00:28:02: Es gibt viele Hilfsangebote aber wir kennen sie nicht Und das ist auch, glaube ich ganz wichtig zu betonen.

00:28:08: Wir wollen zu niemandem Konkurrenz sein!

00:28:13: Wir haben halt nur die Idee entwickelt dass wir einen anderen Zugangspunkt haben wollen, dass der nicht dienstlich ist, dass er nicht über irgendeine dienzliche Struktur ist also auch die PSU oder PSNVE sind ja dienstliche Strukturen bei uns im Rettungsdienst, sondern dass man das selber zu Hause irgendwann vielleicht über eine App oder eine Webseite sich selber mal einstufen kann und dann aber auch einen Erstgespräch mit einem Psychologen bekommt.

00:28:49: Und ich meine was das Gute ist wir sind ja alles Kolleginnen und Kollegen aus den Bereichen d.h.

00:28:55: dienzlich sind wir vielleicht nicht ... kollegial miteinander unterwegs, ne?

00:29:00: Man ist so ein bisschen... ... ist ja immer trotzdem ein bisschen anonymer.

00:29:03: Aber trotzdem verstehen wir ja die Problematiken, die dort aufkommen weil wir erleben ja auch solche Fälle und wir kennen das ja ganz genau so.

00:29:13: Und wir waren sicherlich auch alle mal an einem Punkt.

00:29:15: also du hattest die Sitzung schon ich hätte sie wahrscheinlich gebraucht ... ... an der einen oder anderen Stelle.

00:29:20: Luis weiß nicht wie es bei dir ist ob du da schon Situation hast aber Trotzdem können wir das ja absolut nachempfinden und ich glaube, dass auch zu diesen niederschwelligen noch dazukommt.

00:29:31: Dass man das Gefühl hat cool!

00:29:33: Das sind wirklich Leute die das auch verstehen und dass man dann gemeinnützig sozusagen da was erreichen kann ist eine richtig coole Sache und absolut es ist ja keine Konkurrenz zu bestehenden Angeboten und man weiß gar nicht wie man sich dahin entwickelt.

00:29:48: Ich kann mir gut vorstellen, dass sich da auch gute Kontakte Ja, ausbauen lassen.

00:29:55: Wo man sagt hey das ist doch für alle noch eine unterstützende Sache und ich mein dass was Luis gerade geschildert hat Das geht ja nochmal darüber hinaus.

00:30:04: also Ich kenn kein Angebot wo ich jetzt sagen würde oh da wüsste ich da könnte ich mich melden wenn ich jetzt Wie du es geschildert hast zu Hause ein krebskrankes Kind habe meinen Job irgendwie nicht mehr nachgehen kann Und nicht mehr weiß wo vorne und hinten ist.

00:30:18: und umso schöner wenn ich dann von Kolleginnen und Kollegen irgendwie eine Unterstützung erhalten.

00:30:24: Und ich glaube, darum geht es doch auch als Teil der Gesellschaft auch irgendwie was zurückzugeben.

00:30:28: Deswegen finde ich das richtig gut.

00:30:31: Luis vielleicht kannst du noch mal kurz erklären?

00:30:33: Du hast ja gerade gesagt, du hast Zusagen von Psychologen erhalten.

00:30:37: Kannst du nochmal einmal ganz kurz schildern, was dahinter steckt?

00:30:40: Weil das ist wirklich Meilenstein!

00:30:44: Ja also wir haben uns überlegt wie wir das genau auf die Beine stellen.

00:30:50: Das fängt ja schon damit an, wie man es nennt.

00:30:52: Wir haben uns bewusst gesagt wir wollen nicht PSU nennen, sondern auch nicht PSNV nennen weil dann heißt das wieder PSNVO ist ja eigentlich nur und so.

00:30:58: deswegen haben wir einen eigenen Namen entwickelt.

00:31:00: Echo finde ich eigentlich ganz cool Weil ein Echo kommt zurück Man wird gehört Und auch weil's ein Akronym für Einsatzchaos-Hilfeordnung.

00:31:09: Das triffts glaube ich eigentlich so den Werdegang Und wir haben uns auf die Suche gemacht nach Psychologen Die bereit sind oder wären So etwas akut zu debriefen, wenn jetzt irgendein eignes Auftritt innerhalb von achtundvierzig Stunden wirklich auch ein Erstgespräch zu terminieren.

00:31:26: Und da haben wir eine Praxis gefunden die Praxis von Herrn Doktor Neudeck, die sitzt im Volksgarten und der wiederum hat auch ne Partnerpraxie in Düsseldorf und auch ein Netzwerk und hat mich dann darum gebeten dass ich zum einen erst mal ein Prozessdiagramm erstellen wie soll der Prozess sein?

00:31:43: Person meldet sich wo was passiert dann und so weiter Und zum anderen natürlich auch, dass wir mal so ein Dienervielseite erstellen.

00:31:50: Okay, worum geht es?

00:31:51: Damit er dem Psychologen sagen kann was passiert da.

00:31:54: und auch Herr Neudeck ist super pragmatisch gewesen also sehr angenehm und gleichzeitig aber auch wissenschaftlich sehr tief drin sodass wir auch wirklich sagen können das wir da jetzt keinen Murks machen oder irgendwas wo man nachher sagt Das ist ja völlig evidenzlos sondern das hat alles Hand und Fuß und Es ist so geplant dass wenn du jetzt irgendein cooles Ereignis gehabt hast Du sagst, das ist letzte Woche keine Ahnung dabei.

00:32:20: Das war jetzt irgendwie ungewöhnlich... Ich würde einfach mit jemandem gerne darüber sprechen, damit wem?

00:32:25: Dann könntest du an uns eine E-Mail-Adresse schreiben und dann bekommst du sofort ne Antwort.

00:32:31: Dann fragen wir dich, möchtest du mit einem Psychologen sprechen oder möchtet du vielleicht mit einer PSNV-Kraft sprechen aus deinem Bereich?

00:32:37: Darum würden wir uns kümmern.

00:32:38: wenn du sagst wo, ich will gar nicht dass es irgendwer mitkriegt.

00:32:41: Dass nachher vielleicht über Umwege heißt, der hat ja auch erst mal hier.

00:32:45: Oder so, dann kannst du einfach melz dich einfach bei uns.

00:32:49: Damit kommst du durch Terminvermitteln innerhalb von achtundvierzig Stunden, kannst damit jemandem Erstgespräch führen, damit geguckt brauchst du überhaupt noch einen Zweitgesprächen.

00:32:56: das Ganze ist dann begleitet natürlich auch von Fragebögen und idealerweise wird das ganze dann abgeschlossen.

00:33:04: sollte sich da auf tun dass da wirklich eine akute ptbs vorliegt dann würde man natürlich von Seiten der Psychologen dann Maßnahmen ergreifen, dass du deinsprechend eingebunden wirst stationär oder was auch immer.

00:33:15: Das ist alles quasi im Prozess hinterlegt und ja das ist im Prinzip das Konzept des Ganzen und jeder, der sich daran beteiligt, jeder Psychologe bekommt von uns dann tatsächlich als von uns als Vereine kleine Aufwandsentschädigung dafür, dass er das macht.

00:33:33: aber es ist auf jeden Fall gegenfinanziert.

00:33:35: und genau das ist in Prinzip so...das

00:33:39: Aber es ist ja mega und zeigt auch, dass man die Spendengelder, die kommen wirklich für sinnvolle Dinge nutzt.

00:33:46: Wir haben uns jetzt schon an vielen Dingen beteiligt und konnten sehr viel Geld für gewisse Aktionen in den Umlauf bringen.

00:33:56: Marco erst vor Kurzem war auch in Köln eine ganz große Aktion, wo eine Trauerveranstaltung war, die zum Beispiel mit unserem Verein unterstützt werden konnte ... Also es gibt ja zusammen mal kleine Projekte, wo man immer wieder was machen kann.

00:34:16: Luis du hattest auch bei Ilvi?

00:34:19: Ja da muss ich gleich noch abholen tatsächlich jetzt sogar so ein DIN A-Eins Spendenchecks drucken lassen die man so symbolisch Fotos machen kann.

00:34:30: also wir konnten da jetzt sechzehntausend Euro überweisen.

00:34:32: damit ist quasi der Assistenz und finanziert haben wir jetzt dann als sehr junger Verein ja eigentlich erst seit Januar am Start innerhalb von zweieinhalb Monaten fast über zwanzigtausend Euro Spenden umgesetzt, was halt wirklich ein sehr krasser Rohwerbetrag ist.

00:34:48: Natürlich weil das sehr gut funktioniert auch diese.

00:34:51: also Marco ist er eher so der Netzwerker, der schafft es dann auf so einem Kongress rumzugehen die Leute anzusprechen und dann so der Industrie irgendwie da die Verbindungen aufzubauen.

00:35:01: ich bin dann eher so Ich mach's dann über die Masse Und da funktioniert so der sehr gut.

00:35:06: dieses crowdfunding Modell einfach diese Mischung aus Influencer und.

00:35:13: Spendenaktion, und ja das ist ja so, findet es eigentlich ganz gut.

00:35:17: dann haben wir noch den Christian Schrodi, der auch an allen Ecken und Enden quasi Spenden sammelt.

00:35:24: Weil ich das immer wieder gefragt werde tatsächlich Wir sind jetzt nicht akut auf der Suche nach Mitgliedern eher auf der suche nach Zuwendungen.

00:35:33: soll gar nicht böse sein aber Wir wollen uns nicht hemmen.

00:35:38: Dadurch, dass wir keine Ahnung zweihundert Mitgliedsanträge bearbeiten müssen und die ganze Zettelwirtschaft das wir dann vielleicht sogar sagen müssen hört man ihr habt eigentlich bezahlt aber ihr habt nicht gezahlt oder sonst irgendwas.

00:35:50: damit wollen wir uns gar nicht beschäftigen weil es so schlank und pragmatisch wie möglich halten.

00:35:55: Und wir sind ja auch kein Fußballverein Sondern bei uns lässt sich sehr gut digital alles organisieren.

00:36:01: Ich war gerade zu sagen also ich glaube was wir schlussendlich festhalten können.

00:36:05: Es gibt einen riesen Bedarf für Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten, also die, die tatsächlich tagtäglich retten oder manchmal wie Luis auch fünf Lehrfahrten hintereinander machen.

00:36:16: Aber nein, Spaß verseht!

00:36:18: Also genau für die Menschen, sie sich tagtägig für andere einsetzen soll es natürlich auch geeignete Hilfsangebote geben und das können wir mit Blaulich für Blaulicht möglich machen.

00:36:28: ich glaube dass man am Ende des Tages wirklich mit gutem Herzen sagen kann ist, dass wenn man sich beteiligen möchte das natürlich Spenden willkommen sind.

00:36:38: Weil wir haben glaube ich gerade sehr gut dargestellt was damit auch möglich ist und ich glaube ja das ist vielleicht für einen selber auch gut investiertes Geld ne?

00:36:48: Wenn man da vielleicht mal ein paar euros locker hat und dann am Ende eine überlastende Situation hat und auf der anderen Seite so niederschwelliges Angebot bekommt ist das ja auch echt eine starke Aktion.

00:36:59: Und ich glaube, was richtig cool ist einfach dass man damit Kolleginnen und Kollegen helfen kann.

00:37:05: Dann auch noch so, dass sie vielleicht schützend anonym sich Hilfe suchen können weil darüber haben wir auch gesprochen es ein Tabuthema.

00:37:12: Man rennt jetzt nicht auf der Wache rum oder in der Klinik und sagt ganz stolz, ah!

00:37:17: Ich bin überlastet und brauche Hilfe.

00:37:19: Dafür ist es leider immer noch zu scham behaftet hier über einen digitalen Weg Ich sag erst mal bei Menschen zu melden, die man jetzt persönlich nicht kennt.

00:37:28: Wo man vielleicht so das Gefühl hat, ah, die verurteilen mich nicht oder das macht jetzt nicht direkt die Kreise ist es ja eine richtig starke Aktion.

00:37:37: also

00:37:37: ich kann mich nur daran erinnern dass jetzt schon was her.

00:37:39: aber das hat mir meine damalige Freundin erzählt weil ihre beste freundin arbeitete auf station und nur auf station also pflegekraft auf station Und also gar nicht intensiv normalstation.

00:37:53: Und die rief sie dann eines Tages an, weil sie in einen Raum gekommen ist.

00:37:58: Ein Zimmer und dann war die Patientin lag auf dem Boden und war verstorben... ...und das hat sie wirklich komplett aus einem Konzept gebracht!

00:38:06: Da dachte ich mir okay krass wenn ich mich natürlich da reinversetze jetzt in diese Lage.. ..ist wahrscheinlich jetzt in der Pflege auf Normalstationen der Tod nicht Alltag oder eine Reanimation.

00:38:16: also dafür tun ja eigentlich das Krankenhaus alles und wenn ein Patienten wirklich schlecht dran ist dann geht er auf die Intensiv.

00:38:21: Also wahrscheinlich irgendwo nachvollziehbar, dass das jetzt so völlig überraschend kam.

00:38:26: Für ein Rettungsdienst dann natürlich auch nur begrenzt aber das zeigt so ganz gut.

00:38:31: natürlich wenn sie jetzt vielleicht irgendwohin da mal ich habe jetzt das erste Mal irgendwie einen Toten gesehen oder das belastet dann würde wahrscheinlich sagen wenn es jetzt vorher dann noch die PSU Kraft von Intensiv ist dann sagst du ja was soll ich dir denn sagen?

00:38:45: also bei mir ist das tagtäglich und insofern ist sowas glaube ich ganz gut einfach man kann sich da einfach melden Man wird die Leute vielleicht auch nie wiedersehen.

00:38:56: Und es sind differenzierte Blickwinkel, die manchmal auch sehr vorteilhaft sein können

00:39:00: und das ist halt auch so.

00:39:03: wenn man zum Beispiel auch diese probatorischen Sitzung nehmen darf heißt das noch lange nicht dass man Therapeuten findet weil sie sind alle total überlastet.

00:39:12: und wenn wir werden das hoffentlich nicht unsere Kapazitäten springen und wenn mir das wirklich in einer von achtundvierzig Stunden ermöglichen ist das auch schon echt ein großer Fortschritt.

00:39:23: Auf jeden Fall, also ich glaube schlussendlich können wir festhalten mit Blaulicht für Blaulich können wir sozusagen unterstützen.

00:39:32: natürlich können wir auch nicht die ganzen Lücken die da sind sofort schließen.

00:39:35: aber ich glaube dass das ein richtiges und wichtiges Signal ist dass man zeigt dass dort Kolleginnen und Kollegen sind die etwas bewirken wollen die niederschwettige Angebote bereitstellen wollen und das ist glaub ich schon sehr viel wert.

00:39:51: Vielen Dank für eure Einblicke.

00:39:52: und ja, ich glaube wir können einfach nur noch mal Werbung machen dafür dass ihr gerne spenden könnt.

00:40:00: Blaulicht hat ein Instagram Kanal den verlinke ich auf jeden Fall.

00:40:04: Wir haben eine Website die sehr sehr cool aussieht wo man auch nochmal so ein paar Hintergrund Informationen bekommt Und auch aktuelle Spendenaktionen sehen kann.

00:40:12: und an dieser Stelle Kann Ich mich nur herzlich bei euch bedanken.

00:40:17: Zum einen für euer Engagement, weil ihr das ja wirklich vorantreibt.

00:40:21: Und die Idee auch... Also ich hab' die Idee von euch sozusagen überbracht bekommen.

00:40:27: deswegen bin ich sehr dankbar dass sich Teil der ganzen Sache sein kann und sehe da sehr viel Potenzial und ich glaube wir vielen Kolleginnen und Kollegen helfen können.

00:40:39: also vielen Dank für euren Einsatz.

00:40:41: danke dass ihr hier wart und ja auch vielen Dank an alle die zugehört haben.

00:40:46: Checkt gerne die beiden Kollegen aus, aber viel wichtiger.

00:40:51: Falls ihr gerade eine belastende Situation hattet überlastet seid oder es euch vielleicht nicht gut geht, sucht euch aktiv Hilfe.

00:41:00: Das ist kein Zeichen von Schwäche sondern ein Zeichen from Stärke und ihr habt grade gehört.

00:41:06: der Verein Blaulicht für Blaulich ist auch für euch da.

00:41:09: Checkt gern die Seite aus und schaltet bei mir mal gerne wieder rein.

00:41:13: Vielen Dank!

00:41:16: der Podcast rund um Gesundheit, Medizin und Pflege.

00:41:37: Vanessa Kolocicik und Ellen Watzlawek.

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